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Assyrien und seine Herrscher

Ein Überblick über die assyrischen Reiche und ihre Könige

Mit Referenzen zu archäolgischen Exponaten im Pergamon Museum zu Berlin

"Assyrische Könige und die Bibel" --> siehe gegen Ende des Papieres


Einleitung

Allgemeines

Das assyrische Reich existierte ca. 1300 Jahre, nämlich vom 20. Jahrhundert v.Chr. bis zu seiner vollständigen Vernichtung 612 v.Chr. (Fall Ninives).

  • Im 14. Jh. v.Chr. erschien Assyrien auf der machtpolitischen Landkarte Mesopotamiens.
  • Es wurde gegen Ende des 10. Jh. v.Chr. zu einer Großmacht, die ca. 250 Jahre lang den Nahen Osten in Atem hielt.
  • Unter Assurbanipal (669-627 v.Chr.) erstreckt sich Assyrien auf seinem Höhepunkt der Macht von Ägypten bis zum Persischen Golf; die Herrschaft über Ägypten war jedoch nur kurz und bald danach zerfiel das Reich. 614 v.Chr, wurde von den Persern und Babylonisern Assur eingenommen, 612 v.Chr. fiel Ninive.

Von der Forschung ist die assyrische Geschichte in drei Perioden eingeteilt worden:

Das neue assyrische Reich (ca. 966-612 v.Chr.) gilt als das erste Großreich der Weltgeschichte.

Die Sprache der Assyrer war assyrisch, ein akkadischer Dialekt, der mit dem Babylonischen eng verwandt war. Als Schrift nutzten die Assyrer die Keilschrift.

Pergamon-Museum:

In den Sälen findet man diverse Tontafeln mit Keilschrifttexten.

Die zweite Tafeln von rechts ist ein Königsbrief. Er lautet:

"Befehl des Königs an Assur-mudammiq ... Mir geht es gut. Euer Herz sei froh! Betreffs dessen, war ihr mir wegen der muschgarru-Steine, die im Hause des ... sind, geschrieben habt, so ist es gut, dass ihr die Botschaft uns habt hören lassen. Jetzt soeben habe ich geschrieben. Die Steine und den Überschuss, von denen ihr gesprochen habt, wird man ansehen, und was zur Hingabe für die Arbeit gut ist, wird man geben."



Die Assyrer waren ein kämpferisches Volk. Sie zeichneten sich durch viele militärischen Eroberungen und hohe kulturelle Leistungen aus.



Die assyrische Religion

Der Hauptgott der Assyrer war Assur, der Schutzgott der gleichnamigen Hauptstadt. Es war Schamschi-Adad I. (1808-1776) der Assur zum Hauptgott erhob und der den bereits bestehenden Tempel erneuern ließ.

Gottheit Assur

  • Assur - der Kriegsgott - wurde als König der Götter angesehen.
  • Von ihm und den anderen Göttern glaubte man, daß sie alle Fäden in der Hand hielten.
  • Im ganzen barg die Stadt Assur 34 Heiligtümer. Bei den Ausgrabungen in Assur (ab 1840), kam eine Urkunde ans Licht, die all diese Tempel aufzählt.

Gottheit Ischtar

  • In Assur stand auch der Tempel für Ischtar, die altorientatlische Göttin der Liebe und des Krieges.
  • König Tukulta-Ninurta I. (1233-1197) erneuerte diesen Tempel und und ließ unter dem Kultraum des Tempels beschriftete Gründunsblöcke aus Blei einbauen.

Andere Gottheiten

  • Im 12. Jh. wurden ein Doppeltempel für den Himmelsgott Anu und den Wettergott Adal errichtet.
  • Ebenso wurden in Assur der Sonnengott Schemesch und der Mondgott Sin verehrt.
  • Bekannt sind auch u.a. Wassergötter.

Geisterwelt

  • Die Geisterwelt wurde sehr ernst genommen.
  • Die Menschen trugen Amulette, um böse Geister und Dämonen abzuwehren.
  • Die Menschen achteten auf Vorzeichen und befragten Astrologen.

Pergamon-Museum: Säle 10 und 12

In Saal 10 befinden sich

... ein Gipsstein (136x90) aus der Zeit um 1500 v.Chr., der die Gottheit Assur darstellt. Assur wird von 2 Wassergöttinen flankiert.

... diverses Tempelinventar aus dem archaischen Ischtar-Tempel.

... 2 Kultsockel aus einem Ischtar-Tempel aus der Zeit von Tukulti-Ninurata I. (1243-1207 v.Chr.)



In Saal 12

... ist auf einem kleinen Relief (47x34) vermutlich die Gottheit Assur abgebildet. In der Literatur wurde der Gott auf dem geflügelten Löwen bisher häufig aus Assur bezeichnet.

... ein großes kultisches Wasserbecken aus Basalt. Es diente zur kultischen Reinigung von Priestern und Gläubigen. Die Ecken sind mit Wassergötter verziert. An den Seitenwände des Beckens ist verschiedentlich der Name des Königs Sanherib eingemeißelt. Die stark zerstört Inschrift lautet: "Sanherib, König des Gesamtheit, König des Landes Assur."

... den Sonnengott Schamasch auf einem Keramikziegel.

... Figurinen, die Geister und Dämonen darstellen und Amulette.

Auf dem Kopf des Dämon Pazuzu ist zu lesen:
"Dieser ist der Kopf des Pazuzu, den Gabbu-ilani-eresch, der Goldschmied und Prophet des Gottes Assur durch die Kunstfertigkeit seiner Hand gemacht hat. Um ihn dem Volk zu zeigen, hält er ihn in seinen Händen."



Die assyrischen Hauptstädte

Die assyrische Hauptstadt wurde mehrfach gewechselt.

Als Hauptstadt dienten:

  • Assur
  • Kalchu/Kelach (Nimrud)
  • Dur Scharrukin (Khorsabad)
  • Ninive

Assur

  • Assur ist die südlichste und älteste der großen Städte des Reiches Assyrien.
  • Sie war ursprünglich eine babylonische Kolonie im Gebiet der Horiter.
  • Auch als Assur nicht mehr Hauptstadt war, blieb die Stadt jedoch immer Kultzentrum.

  • Assur wurden in den Jahren 1903-1914 von Walter Andrae ausgegraben. Seine Arbeiten auf dem Ruinenhügel "Qalat Scherqat" waren bahnbrechend.
Pergamon-Museum: Saal 10

In Saal 10 befinden sich eine Reihe der wertvollen Funde aus Assur..

Zur Information über Assur: Plan der Stadt Assur




Kalchu/Kelach (Nimrud) - wurde unter Assurnarispal II. (883-859 v.Chr.) zur Hauptstadt

  • Nimrud war keine alte Stadt, sondern eine Neugründung durch Salmanasser I. (1263-1233 v.Chr. [Veenhof])
  • Durch Assurnasirpal II. (883-859 v.Chr. [Veenhof] erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung, als er sie zur Hauptstadt erhob.
  • Salmanasser III. (858-824 v.Chr.) errichtete hier das sog. "Fort Salmanasser".
  • Nimrud blieb Hauptstadt bis Khorsabad durch Sargon II. (722-705 v.Chr. [Veenhof]) die neue Hauptstadt wurde.

  • Bereits 1846 machte der Engländer Sir Austen Henry Layard erste Ausgrabungen in Kalchu/Kelach (Nimrud) vor allem auf der Akropolis. Es kamen Reste großer Palast- und Festungsbauten zum Vorschein (Fort Salmanassar [Militärpalast] von Salmanassar III. [858–824 v. Chr.] und der Nordwest-Palast des Assurnasirpal II. [883-859 v.Chr.]). Man fand ebenso zahlreiche Alabasterreliefs und Elfenbeinschnitzereien sowie Obelisken und monumentale Figuren. Layard war später in den Jahren 1849-51 auch in Ninive (Kujundschik) sehr erfolgreich.

    1955 wurden bei Grabungen von Max Mallowan im Nabû-Tempel von Nimrud Keilschrifttafeln mit Eiden für Vasallen und assyrische Machtträger aus dem Jahr 672 v.Chr. gefunden, die für die assyrische Vertragsrhetorik aufschlussreich sind und damit auch für die israelitische Bundestheologie.

  • Durch den IS wurde in 2015 diese Antikenstadt fast völlig zerstört.

  • Nimrud englisch (c) ancientnearest.tripod.com

  • Bilder aus Nimrud (schlechte Qualität) (c) oi.uchicago.edu

Pergamon-Museum: Saal 11

In Saal 11 befinden sich diverse Palastreliefe aus Nimrud.

Zur Information über Nimrud: Plan der Stadt Nimrud




Dur Sharrukin/Khorsabad - wurde unter Sargon II. (722-705 v.Chr.) zur Hauptstadt

  • 706 v.Chr. konnte Sargon II. nach 6-jähriger Bauzeit hier in seinen neuen Palast "Dur Sharrukin" einziehen. Khorsabad - nördlich von Nimrud gelegen - wurde nun die assyrische Hauptstdt.

  • Khorsabad und die Sargonsburg "Dur Sharrukin" wurde in den Jahren 1842-44 von den Franzosen P.E. Botta und E. Flandin gefunden.

  • 1851-43 setzte Victor Place die Grabungen in "Dur Scharrukin" fort.

  • Von 1928-1929 grub Edward Chiera weiter in der Sargonsburg und machte spektakuläre Funde.

  • Eine schöne Darstellung der Sargonsburg "Dur Scharrukin" finden Sie in "Der große Atlas zur Welt der Bibel" von Paul Lawrence, S. 88/89.)

  • Dur Scharrukin © Wikipedia

  • Dur Scharrukin (Sargon II) © ancientneareast.tripod.com



Ninive - wurde unter Sanherib (705-681 v.Chr.) zur Hauptstadt

  • Ninive war die zweite große assyrische Stadt.
  • Sie lag östlich des Flusses, ca. 110 km nördlich von Assur.

  • Unter Tiglat-Pileser I. (1114-1076 v.Chr.) wurde Ninive neben Assur und Kelach zur königlichen Residenz.
  • Assurnasirpal II. (883-859 v.Chr.) besaß hier Paläste.
  • Sargon II. (722-705 v.Chr.) ebenso
  • Sanherib (705-681 v.Chr.) verlegte das assyrische Machtzentrum von Khorsabad wieder nach Süden nach Ninive, gegenüber dem heutigen Mossul. Er baute die Stadt wieder auf und und erhob sie zur Hauptstadt und sie blieb es bis zum Ende des assyrischen Reiches.
  • Assurbanipal (669-627 v.Chr.) erhob Ninive zur Hauptresidenz und baute einen Palast.
  • 612 fiel Ninive.
  • Den Bericht über Sanheribs Angriff auf Jerusalem fand man auf einem Tonprisma. Sowohl Sanherib wir auch seine Nachfolger Asarhaddon und Assurbanipal vermehrten mit großartigen Palästen die Pracht Ninives. In Ninive wurden auf dem Hügel "Nebi Yunus" der Palast von Asarhaddon gefunden und auf dem Hügel "Kujundschik" die beiden Paläste von Sanherib und Assurbanipal.

  • Mit wenig Erfolg gruben in den Jahren 1842-44 die Franzosen P.E. Botta und E. Flandin in Ninive. Sie fanden aber dafür die Sargonsburg "Dur Scharrukin" im 16 km nördlichen Khorsabad.

  • Sir Austen Henry Layard (1845-54) und Hormuzd Rassam waren - nachdem sie Nimrud ausgegraben hatten - auch in Ninive extrem erfolgreich. Sie fanden viele Reliefs und Inschriften in den Palästen von Sanherib und Assurbanipal (Bibliothek Assurbanipals, das Gilgamesch-Epos).

Pergamon-Museum: Saal 12

In Saal 12 befinden sich diverse Palastreliefe aus Ninive.

Zur Information über Ninive: Plan der Stadt Ninive



Assur und Ninive waren beide bereits 2500 v.Chr., vielleicht auch früher, sehr reich.



Assyrische Frühgeschichte (von 5000 v.Chr. - 1950 v.Chr.)

Ab 5000 v.Chr.

Assyrien war schon seit frühester Zeit bewohnt. Die älteste uns bekannte Siedlung bei "Garmo" (bei Mossul/Nordirak) entstand um 5000 v.Chr.

Nach 1Mose 10,8-12 gründete der gewaltige Jäger Nimrod von Babylon aus die drei wichtigsten Städte Assyriens, nämlich: Assur, Ninive und Kalach/Kelch (Nimrud).

1Mo 10,8 Und Kusch zeugte Nimrod; der war der erste Gewaltige auf der Erde.
1Mo 10,9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN!
1Mo 10,10 Und der Anfang seines Königreiches war Babel und Erech und Akkad und Kalne im Land Schinar.
1Mo 10,11 Von diesem Land zog er aus nach Assur und baute Ninive und Rehobot-Ir und Kelach
1Mo 10,12 und Resen zwischen Ninive und Kelach: das ist die große Stadt.

Der Assyriologe Edward Chiera fand bei seinen Grabungen (1930-1935) in der Königsstadt von Sargon II. "Dur-Scharrukin" (Sargonsburg in Khorsabad) die berühmte assyrische Königsliste. Diese listet Assurs Herrscher vom 3. Jt. bis zur Mitte des 8. Jh. v.Chr. auf. In der Keilschriftliste wird berichtet, daß die ersten 17 Könige und ihr Volk "Zeltbewohner", d.h. Halbnomaden waren.

Über den ethnischen Ursprung der Assyrer sind sich die Gelehrten nicht einig. Es ist jedoch erwiesen, daß die Sumerer um 2900 v.Chr. in Assur lebten und daß ihre Sprache und materielle Kultur enge Verwandtschaft mit der der Assyrer aufweist.


Ab 2400 v.Chr.

Im 24. Jh. v.Chr. wurden die Städte der Sumerer von den semitischen Königen von Agade (Akkad) erobert, und mit Sargon I. (ca. 2350 v.Chr.) begann der Aufbau Ninives.

Doch das Wiedererstehen der Sumerer unter der 3. Dynastie von Ur verdrängte die Akkadier nach Assyrien.

So erscheinen die semitischen Assyrer ein Rassengemisch aus alten akkadischen (alten babylonischen) hurritischen, nordwestsemitischen und anderen Völkerschaften gewesen zu sein.

Die assyrischen Könige betrachteten sich als die wahren Erben und Hüter der sumerisch-akkadischen Kultur. Zu Beginn des 2. Jts. legten sie sich die Namen der großen Könige von Akkad zu.

Pergamon-Museum: Saal 10

Im Saal 10 steht mitten im Saal eine kopflose assyrische Herrscherstatue aus Diorit. Sie stammt aus Assur und wird um 2300 v.Chr. datiert.

Ebenfalls in Saal 10 ist auf einem großen Wandfries ein assyrischer Herrscher aus der Zeit um 2000 v.Chr. dargestellt.



Das alte assyrische Reich (ca. 1950 - 1350 v.Chr.)

Die Zeit des alt-assyrischen Reiches begann mit dem Fall von Ur III (ca. 1950 v.Chr.) und reichte bis zum Ende der Herrschaft durch die Hurriter (ca. 1350 v.Chr.), die das Land zuletzt beherrschten.

Während des 19. Jhs. fielen wiederholt Stämme westsemitischer Nomaden, die Amurru (die Amoriter der Bibel), über Assyrien her, bis sie schließlich die Dynastie der "Könige von Sumer und Akkad" stürzten.

Schamschi-Adad I. (1808-1776 v.Chr. nach Veenhof) , einem amoritischen König, gelang es nach und nach, ganz Assyrien unter seine Herrschaft zu bringen und ein mächtiges Reich zu errichten. Dies ist heute Dank der umfangreichen Mari-Archive (Tontafeln) bekannt.

Assyrien wurde zwar zu einer Regionalmacht im nördlichen Mesopotamien; jedoch wurde das Zweistromland zu großen Teilen weiterhin von Babylon dominiert.

Unter Schamschi-Adads I. Regierung wurde Assur zum politischen, administrativen und religiösen Zentrum des assyrischen Territorialstaates.

Während des 19. Jh. stach Assur vor allem wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung hervor. Archivberichte aus Kappadozien lassen erkennen, daß Assur im sozialökonomischen Bereich Babylon überragte.


Pergamon-Museum: Saal 11

Die Stadt Assur wurde in den Jahren 1903 - 1914 von dem deutschen Bauforscher und Archäologen Ernst Walter Andrae ausgegraben.

Eine Auswahl an assyrischer Literatur aus Assur, Kalchu, Uruk und Kamesch sind ausgestellt, ebenso schöne Tafeln und Zylinder (Vitrinen in Saal 11).

Andere Funde aus Assur befinden sich im "Archäologischen Museum" zu Istanbul sowie im "Iraq-Museum" in Bagdad.



Pergamon-Museum: Saal 12 (Vitrine)

Auch wenn Assur nicht immer Hauptstadt war, so war sie doch stets von großer Bedeutung.

In Assur fand man ein "Gefäß in Form ein Widderkopfes" (8. Jh. v.Chr.) und eine "gravierte Tridacna-Muschel" (8./7. Jh. v.Chr.)



Schamschi-Adads I. Sohn Jasmach-Adad wurde Vizekönig des eroberten Mari.



Nachfolger von Schamschi-Adad I. wurde sein Sohn Isme-Dagan I. (1776-1760? v.Chr.) nach Veenhof). Das assyrische Reich erlebte eine Zeit des Niedergangs und fiel schließlich dem babylonischen König Hammurabi (um 1750 v.Chr.) in die Hände.

Es folgte eine Zeit, in der Assur unter hurritische Herrschaft stand.

Die Hurriter (Mittani) Karte "Hurrian Kingdom" (Wiki)

Die Hurriter waren Babylons Nachbarn im Norden. Sie waren dort ein schon länger ansäßiges Volk. Die Hurriter hatten schon seit der Mitte des 2. Jt. v.Chr. im nördlichen Assyrien im heutigen Ost-Kurdistan gelebt. Ungefähr zu Beginn des 2. Jt. drangen sie in den Norden und Nordosten Mesopotamiens.

Im 16. Jh. war das hurritische Königreich Mittani am oberen Euphrat eine der Hauptmächte in Mesopotamien.

Mittani beherrschte die Haupthandelsstraßen nach Kleinasien, die durch sein Gebiet führten, was sowohl den Assyrern als auch den Hethitern ein Dorn im Auge war.

Das Reich von Mittani wurde um 1335 v. Chr. von den Hethitern abhängig und schließlich durch einen Angriff der Assyrer unter Salmanassar I. zerschlagen.

Hugo Winckler setzte die „Charri“ (Landesbezeichnung neuägyptisch Chor/Char/Cher) mit den Hurritern (Horiter) der Bibel gleich.

1Mo 14,6 und die Horiter auf ihrem Gebirge Seir bis El-Paran, das an der Wüste liegt.
1Mo 36,21 Das sind die Fürsten der Horiter, der Söhne Seirs, im Lande Edom.
1Mo 36,29 Dies sind die Fürsten der Horiter: der Fürst Lotan, der Fürst Schobal, der Fürst Zibeon, der Fürst Ana, 1Mo 36,30 der Fürst Dischon, der Fürst Ezer, der Fürst Dischan. Das sind die Fürsten der Horiter, nach ihren Fürsten im Lande Seir.
5Mo 2,12 Und in Seir wohnten vordem die Horiter; aber die Kinder Esau trieben sie aus und vertilgten sie vor sich und wohnten an ihrer Statt, so wie Israel dem Lande seines Besitztums getan, das Jehova ihnen gegeben hat. -
5Mo 2,22 so wie er für die Kinder Esau getan hat, die in Seir wohnen, vor welchen er die Horiter vertilgte; und sie trieben sie aus und wohnten an ihrer Statt bis auf diesen Tag.

Die Assyrer blieben damals ein unbedeutendes kleines Volk von Ackerbauern, während Mitanni und andere hurritische Völkerschaften Herren über die Ebene des oben Euphrat und Tigris waren.

Assyrien stand bis zum Sieg der Hethiter über das hurritsche Reich Mitanni (ca. 1350 v.Ch.) unter mitannischer Oberherrschaft.


Unter Eriba-Adad I. (1383-1354 [Veenhof]) und Assur-Uballit I. (1353-1318 [Veenhof]) fand Assyrien wieder seiner Unabhängigkeit von Mitanni.


Eriba-Adad I. (1383-1354), Sohn des Assur-bel-nischeschu, regierte nach der assyrischen Königsliste 27 Jahre lang. Sein Name wird auch in der synchronistischen Königsliste aufgeführt. Er führte den Titel Vizekönig von Assur und war Statthalter von Enlil.

Sein königliches Siegel wurde in Assur gefunden, außerdem existieren Ziegelinschriften und der Gründungszylinder eines unbekannten Tempels aus seiner Regierungszeit.

Pergamon-Museum: Saal 14

In Raum 14 steht eine Kalksteinstele mit den Namen von Eriba-Adad (1383-1354 v.Chr.).

Auch in Raum 14 stehen Kalk- und Gipssteine aus der Zeit um 1350 v.Chr. Eine trägt den Namen von Muschabaschi-Assur.



Das mittlere assyrische Reich (1350 - 966 v.Chr.)

Als das hurritische Reich Mitanni ca. 1350 v.Chr. fiel, erstarkte Assyrien erneut.

Pergamon-Museum: Saal 12

In Saal 12 sind in den Vitrinen Elfenbeinarbeiten aus Assur ausgestellt. Diese Arbeiten sind Teile von Frieseinlagen. Sie datieren aus der Zeit um das 14. Jh.

Daneben gibt es auch Keilschrifttext mit Bezug zum Werkstoff Glas. Die Text stammen aus der Zeit um 13./12. Jh. v.Chr.

Unter König Assur-Uballit I. (1353-1318 [Veenhof]) begann der Wiederaufstieg Assyriens. Ihm gelang es, in Mesopotamien für Assyrien eine Vorrangstellung zu erlangen. Assur-Uballit I. eroberte dabei ein Großteil des zerfallenden Reiches von Mitanni.

Dem Expansionsdrang Assyriens (ca. 1300-1100 v.Chr.) standen jedoch immer noch aramäische Stämme im Westen entgegen (ca. 1100-900 v.Chr.).


Adad-Nirari I. (ca. 1295-1263 [Veenhof]) kämpfte siegreich gegen die Hurriter und nahm ganz Mesopotamien in Besitz. Die Reichsgrenze reichte unter ihm bis nach Karkemisch.


Pergamon-Museum: Säle 11 - Vitrine 33

Eine beschriebene Alabasterplatte beginnt mit dem Namen von Adad-Nirari I: "Adad-Nirari, Statthalter des Enlil, Stadtfürst von Assur, Sohn des ..."



Salmanasser I. (1263 - 1233 [Veenhof])

Pergamon-Museum: Saal 14

In Saal 14 trägt eine Kalksteinstele den Namen von Salmanasser I. (1263 - 1234 v.Chr.).

In Saal 3 und 10a tragen Türangelsteine, die man im Assur-Tempel gefunden hat, die Inschrift Salmanasser I. (1263 - 1234 v.Chr.).
Der Text lautet:
"Dem Assur, seinem Herren, Salmanasser (I.), Statthalter des (Gottes) Enil, Stadtfürst von Assur; Sohn des Adad-Nirari (I.), des Stadtfürsten von Assur ... Den Tempel Assurs, meines Herrn, habe ich seinem Gesamtumfand nach von seinem Fundament bos zur Zinnenkranz gebaut, über den früheren hinaus habe ich ihn vergrößert. Für mein Leben, das Heil meiner Nachkommenschaft und das Wohlergehen Assyriens habe ich dem Assur, meinem Herrn, (diesen Stein) geweiht.



Tukulti-Ninurta I. (1233-1197 [Veenhof]) brachte Assyrien wieder zu Glanz. Er besiegte die Hethiter und eroberte Babylon. Nach diesen Siegen nahm er den Titel "König der Gesamtheit" an.

Unter ihm werden erstmals Deportationen der Bevölkerung aus den unterworfenen Gebieten erwähnt - eine Praxis, die im späteren neuassyrischen Großreich riesige Ausmaße annahm.

Etwa 3 km nördlich von Assur ließ der König eine neue Residenz errichten; diese wurde aber bereits kurze Zeit später wieder aufgegeben, nachdem Tukulti-Ninurta bei einer Palastrevolution von seinen Söhnen getötet worden war.

Pergamon-Museum: Saal 10

Mitten im Saal 10 sind Gründungsdokumente und Gründungsbeilagen für den Ischtar-Tempel zu sehen.

Tukulti-Ninurta I. ließ kleine Silbertafel mit Bauinschriften anfertigen, die unter große Steinblöcke gelegt wurden. gefunden. Mit Flüchen wird jeder verwünscht, der den Namen des Königs aus den Inschriften tilgen würde.



Ninurta-apilot-ekur (1181-1169 [Veenhof])


Assur-dan I. (1169-1134 [Veenhof])

Pergamon-Museum: Saal 11

Etwa aus dieser Zeit (12. Jh.v.Chr.) stammt das in Assur gefunden "Mittelassyrisches Gesetzbuch" (linke Platte), der sogenannte "assyrische Frauenspiegel". Diese Tontafel zeichnet das wenig beneidenswerte Bild von Leben und Rechtssicherheit einer assyrischen Frau.



Tiglat-Pileser I. (1114 - 1076 [Veenhof) war ein unermüdlicher Kämpfer. Sein Heer war mit neuartigen eisernen Waffen ausgerüstet. Mit ihnen gelang ihm eine enorme Durchsetzungskraft.

Tiglat-Pileser I. konnte den assyrischen Machtbereich gewaltig erweitern.

Im Norden war das Reich der Hethiter zu Grunde gegangen; dadurch konnte Tiglat-Pileser I. in neue Gebiete vordringen und das assyrische Reich bis zum Taurus und der Küste des Mittelmeeres erweitern. Er unterjochte Sidon, Biblos und Arvad, die ihm tributpflichtig wurden. (vgl. Hesekiel 27,8+9)

Hes 27,8 Die Bewohner von Zidon und Arwad waren deine Ruderer; deine Weisen, die in dir waren, Tyrus, waren deine Steuermänner;
Hes 27,9 die Ältesten von Gebal und seine Weisen waren in dir als Ausbesserer deiner Lecke. Alle Schiffe des Meeres und ihre Seeleute waren in dir, um deine Waren einzutauschen.
Hes 27,10 Perser und Lud und Put waren in deinem Heere deine Kriegsleute; Schild und Helm hängten sie in dir auf, sie gaben dir Glanz.
Hes 27,11 Die Söhne Arwads und dein Heer waren auf deinen Mauern ringsum, und Tapfere waren auf deinen Türmen; ihre Schilde hängten sie ringsum an deinen Mauern auf; sie machten deine Schönheit vollkommen.

In seinen Inschriften stellt der König die Fahrt mit einem Boot, bei der er ein Meerestier (wohl einen Delphin) erlegte, als Höhepunkt seiner Herrschaft dar.

Seine Nachfahren konnten dieses große Reich aber nicht zusammenhalten. Die einwandernden Aramäer eroberten weite Teile Nordsyriens. Die Assyrer wurden auf ihr Kerngebiet im nördlichen Mesopotamien zurückgedrängt.

Pergamon-Museum: Saal 11

Eine Weihinschrift (Prisma) von Tiglat-Pileser I. wurde gefunden, die bei der Einweihung eines Tempels in die Grundmauern gelegt wurde. Der König berichtet darin u.a. über seine militärischen Erfolge.




Schamschi-Adad II. (1051-1048 [Pergamon Museum])

Pergamon-Museum: Saal 10

In Assur hat man eine achteckige ca. 3 hohe Säule gefunden, deren Inschrift "Schamschi-Adads II." Namen trägt. (Saal 10)




Assur-Rescha-Ischi (972 - 968 [Pergamon Museum])

Pergamon-Museum: Saal 14

In Saal 14 steht eine Kalksteinstele, die seinen Namen "Assur-Rescha-Ischi" trägt.



Das Reich lag am Boden, als die Regierung von Assur-Rabi II. (ca. 970) endete.

Pergamon-Museum: Saal 11

In Saal 11 sind wunderschöne Grabbeilagen aus Assur ausgestellt (Halsketten, Vasen, etc.). Sie datieren aus der mittelassyrischen Zeit.




Das neuassyrische Reich (966 - 612 v.Chr.)


Tiglatpileser II. (966-935 [Veenhof])

Nach dieser schwierigen Zeit tauchte wieder ein glorreiches Assyrien auf. Es begann mit Assur-Dan II. (934 - 912 v.Chr. [BuiW]).

Pergamon-Museum: Saal 11

In der Tontafel-Vitrine in Saal 11 wird ein Wandknauf mit der Inschrift Assur-Dans III. gezeigt. Er trägt auf der Kopfseite eine 21-zeilige Inschrift des Königs, die von der Renovierung des teilweise beschädigten Nabir-Tores berichtet.


Adad-Nirari II. (911-891 [Veenhof) festigt das Reich. Unter seiner Herrschaft gelang es in zähen Auseinandersetzungen mit den Aramäerstaaten Nordmesopotamiens den assyrischen Anspruch auf die früheren Territorien zu ereuern und einen großen Teil von ihnen zur Anerkennung der assyrischen Pberhoheit zu bewegen.




Tukulti-Ninurta II. (890-884 [Veenhof]) setzte die erfolgreichen Angriffe gegen die aramäischen Staaten fort. Sei Sohn Assurnasirpal II. brachte ihnen endlich die entscheidende Niederlage bei.


Assurnasirpal II. (883-859 [Veenhof]) verlegte die Hauptstadt von Assur nach Kalchu/Kelach (heute Nimrud). Er unterwarf das Gebiet des mittleren Euphrat und die Stämme des östlichen Berglandes. Bald erreichte er im Westen den Libanon und Philistäa.

Während seiner 25-jährigen Regierungszeit führte er mindestens 14 große Feldzüge durch.

In mehreren Schlachten brachte Assurnasirpal die Routen zum Mittelmeer, die bereits unter Tiglat-Pileser I. kurzfristig kontrolliert worden waren, unter assyrische Herrschaft.

Assurnasirpal II. legte in diesen Gebieten Garnisonen an und ging gegen Aufstände mit brutaler Grausamkeit vor. In seinen Inschriften rühmt er sich seiner Grausamkeiten: "Ich nahm viel Krieger lebend gefangen. Ich schnitt einigen Arme und Hände ab; anderen schnitt ich Nasen, Ohren und Extremitäten ab. Ich stach vielen Kriegern die Augen aus. Ich machte einen Haufen mit Lebenden und einen mit Köpfen. Ich hängte ihre Köpfe um die Stadt herum an Bäumen auf. Ich verbrannte heranwachsende Jungen und Mädchen."
Austen Henry Layard fand Ende 1845 südlich von Ninive, in Kalchu (Nimrud), den prunkvollen Palast Assurnasirpals II. Dieser assyrische König hatte Assur verlassen und Kalchu zur Residenzstadt erhoben.

Das Reich Assurnasirpals II. kennzeichnet die erste große Blütezeit der neu-assyrischen darstellenden Kunst, die sich in der Dekoration des monumentalen Königspalastes ausdrückt, den der Herrscher am nordwestlichen Ende der Akropolis von Nimrud, dem antiken Kalchu errichten ließ. Das ausgestellten Relief gehört zu den Tafeln einer mythologisch-symbolischer Thematik der Anbetung des Heiligen Baums, einem Symbol für Fruchtbarkeit und Leben.

Pergamon-Museum: Säle 10 + 11

Aus dem Palast in Kalchu/Nimrud:

In den Sälen 10 + 11 (im gesamten Saal) sind meterlange Reliefwände des Palastinneren aus Kalchu/Nimrud ausgestellt, die König Assurnasirpal darstellen: Z.B. ist der König auf Löwenjagd oder in kultischer Funktion.

In Saal 11 sind zwei Lamassus (Löwen mit Menschenköpfen) zu sehen, die den Saaleingang des Palastes in Kalchu/Nimrud verzierten. Deutlich zu erkennen ist die sogenannte "Standardinschrift" die die Größe, die Heldentaten und die Gottesverehrung des Königs rühmt.

In Saal 10 sind auf einem großen Relief mit zwei Bildregistern aus Alabasterkalkgestein geflügelte Geister abgebildet, die kniend den Baum des Lebens anbeten. Das Relief stammt aus aus Saal I des Nord-West-Palastes von Assurnasirpal II. in Kalchu/Nimrud.

Ein weiters Relief (ca. 50x50) aus dem Thronsaal im Nord-West-Palast zeigt die Abbildung eines Genius (Schutzgott).

In der der großen Tontafel-Vitrine in Saal 11 wird eine Wandkonsole in Form einer Hand mit der Inschrift Assurnasirpals II. gezeigt.


Saal 14
In Raum 14 steht eine Kalksteinstele, die den Namen von Assurnasirpal II. trägt.



Salmanassar III. (858-824 [Veenhof]) - Assurnasirpals Sohn - dehnte das assyrische Reich weiter aus.

Nachdem er 857 v.Chr. Karkemisch erobert hatte, sah er sich 853 v.Chr. bei Karkar zehn westlichen Königen gegenüber. Salmanassar berichtet von 2000 Streitwagen und 10.000 Mann, die von »Ahab, dem Israeliten« unterstützt wurden.

Die Schlacht wurde offensichtlich nicht entschieden, 841 v.Chr. zerbrach die Koalition gegen Salmanassar.

Im selben Jahr noch erhielt er von den Königen von Tyrus und Sidon, aber auch von Jehu von Israel Tribut.

Gegen Ende der Regierung Salmanassars III. wurde das Reich durch Aufstände geschwächt, nach seinem Tod im Jahre 824 v.Chr. waren alle eroberten Gebiete im Westen wieder verloren.

Aus der Zeit von Salmanasser III. hatte Henry Layard in Kalchu/Nimrud (Nordirak) den sogenannten "schwarzen Obelisken" gefunden.

Der Obelisk - heute im Britischen Museum zu besehen - ist ein assyrisches Siegesmonument, auf dem die Darbringung des Tributes durch den israelitischen Königs Jehu ausdrücklich berichtet und bildlich dargestellt. Dies ist übrigens die einzige altorientalische Darstellung eines israelitischen Königs.

Pergamon-Museum: Saal 14

In Saal 14 ist seitlich eine Stele aus Kalkstein (838 v.Chr.) aufgestellt, die den Namen von Ninurta-kibsi-usur trägt. Dieser war der Obermundschenk von Salmanasser III.

Die folgenden 80 Jahre sind durch einen Niedergang von Assyrien gekennzeichnet.

Die die neu eroberten Gebiete nicht gehalten werden:

Durch innere Krisen, die bereits zu Lebzeiten Salmanassars entstanden, mussten sich die folgenden Herrscher wieder mehr auf die Schlichtung innerer Konflikte konzentrieren.

Vor allem das Königreich Urartu machte den Königen enorm zu schaffen; aufgrund seiner bergigen Landschaft war es kaum zu erobern und stellte eine gewaltige Bedrohung für das assyrische Kernreich dar.

So war das neuassyrische Reich beim Regierungsantritt Tiglat-Pilesers III. an einem neuen Tiefpunkt seiner Geschichte angelangt.

Die schwachen Könige in dieser Zeit des Niedergangs (824 - 745 v.Chr.) waren:


Schamschi-Adad V. (823-811 [Veenhof])


Adad-Nariri III. (810-783 [Veenhof])

In den Jahrzehnten nach Adad-Nariris III. Tod hatte Assyrien so gut wie keinen politischen oder militärischen Einfluß auf die damalige Welt.
Pergamon-Museum: Saal 14

In Saal 14 steht eine Stele, die den Namen von Semiramis, der Mutter des Adad-Nariri trägt.



Salmanasser IV. (782-773 [Veenhof])

Pergamon-Museum: Saal 12

In einer Vitrine in Saal 12 finden Sie eine kleine elfenbeinerne Rückenlehne eines Thrones, der im "Fort Salmanasser" (Kalchu/Nimrud) stand.

Darüber hinaus sind eine Reihe von Keramikgefäßen aus Assur und eine Auswahl an Keilschrifttexten und ein Rollsiegel ausgestellt. Sie stammen aus dem 8. Jh. v.Chr.


Assur-Dan III. (772-755 [Veenhof])


Assur-Nariri V. (755-745)


Mit Tiglat-Pileser III. (745-727 [Veenhof]) setzte eine Wende in Assyrien ein. Unter ihm erlebte der assyrische Imperialismus wieder eine Renaissance.

Tiglat-Pileser III. machte sich sofort daran, drei Hauptziele zu erreichen:

  • Die Ordnung in Babylonien wieder herzustellen
  • Die erneute Kontrolle über Syrien zu gewinnen
  • Die Nordgrenzen gegen Urartu zu verteidigen.

    Er erreicht all diese Ziele uns festigte so die assyrische Kontrolle über Babylon und unterwarf die Gebiete im Norden und Westen.
  • Biblischer Bezug:

    734 v.Chr. marschierte er entlang der phönizischen und philistäischen Küste bis nach Gaza, um Ahas gegen Israel und Damaskus zu Hilfe zu kommen (2Kön 16,5-7).

    Im Jahre 732 v.Chr. zerstörte Tiglat-Pileser III. Damaskus und machte die nördliche Gebiete Israels zu einer assyrischen Provinz (2Kön 15,29). Samaria wurde sein Vasall, Juda wurde tributpflichtig (2Kön 16,8-18).

    Tiglat-Pileser III. entwickelte eine neue Politik, um die eroberten Länder sicher zu kontrollieren. Er setzte Provinzstatthalter ein, die dann im Sinne des Königs die fremden Völker unter Assurs Herrschaft hielten.

    Assurbanipal II. (883-859 v.Chr.) und Salmanasser III. (858-824 v.Chr.) machten viele Könige zu Vasallen. Doch sobald die assyrische Armee abgezogen war, rebellierten die unterworfenen Könige. Erst Tiglat-Pileser III. führte ein funktionierendes System von Provinzstatthaltern ein.

    Häufig wurde der Widerstand eines Volkes gebrochen, indem man Kriegsgefangene machte. Nach einem größeren Aufstand wurde oft die halbe Bevölkerung in andere Teile des Reiches versetzt und durch fremde Völker ausgetauscht. (Das geschah in Israel, als die Assyrer Samaria einnahmen, 2Könige 17,6.24ff; 18,31.32.)

    Die berühmten Herrscher Sargon (721-705 v.Chr.), Sanherib (705-681), Asarhaddon (681-669) und Assurbanipal (669-627) befolgten dieselbe Politik.

    Ab 680 v.Chr. wurde das Reich zu groß; es umfaßte Ägypten, Syrien, das Land Israel. Nordarabien, Teile der Türkei und Persiens. Die Grenzen wurden unüberschaubar. So machte sieh Babylon 625 v.Chr. unabhängig und zerstörte, mit Hilfe der Meder, 612 v.Chr., Ninive.

    Tiglat-Pileser III. (745-727 v.Chr.) ist inschriftlich gut belegt. In seinem Palast in Kalchu/Nimrud zeigen Reliefszenen von seiner königlichen Herrschaft.

    Pergamon-Museum: Saal 10a (biblischer Bezug)

    In Saal 10a finden Sie das Fragment eines Reliefs (Fragmentgröße ca. 70x70), auf dem König Tiglat-Pileser III. als Bogenschütze abgebildet ist. Er steht auf einem Kampfwagen und neben ihm ein Krieger mit Spitzhelm.



    Salmanassar V. (726-722 v.Chr.), ein Sohn Tiglat-Pilesers III. begann mit der Belagerung Samarias (2Kö 17,1-5), als der israelitische König Hosea Tribut zurückhielt und Bündnisverhandlungen mit Ägypten aufnahm.

    Biblischer Bezug:

    Nach drei Jahren fiel Samarien, die Hauptstadt des Nordreiches Israels (722 v.Chr.). Israel wurde assyrische Provinz (2Kön 17,6.24) und das Volk wurde in die Verbannung weggeführt.

    2Kö 17,3 Gegen ihn zog Salmanassar, der König von Assur, herauf; und Hoschea wurde sein Knecht und entrichtete ihm Tribut.
    2Kö 17,5 Dann zog der König von Assur durch das ganze Land und zog herauf nach Samaria und belagerte es drei Jahre lang.

    Die biblischen Texte in 2Kön 17,3-16 und 2Kön 18,9-11 legen nahe, daß Salmanasser selbst Samaria eingenommen hat, doch in den assyrischen Berichten gibt Sargon II. an, dies getan zu haben. Aber die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, daß Sargon II. sich in diesem Fall mit fremden Federn schmückte und in Wahrheit Salmanasser diese Leistung erbrachte.
    In Sargons "Inschriften-Ausstellung" in Khorsabad, wo Sargons Königspalast "Dur Scharrukin" von Paul Emile Botta im Jahr 1834 entdeckt wurde, berichtet Sargon über die Einnahme von Samarien, was aber nachweislich nicht den geschichtlichen Tatsachen entspricht (sog. Kalah-Prisma Sargons II.):

    "Am Anfang meiner Regierung, in meinem ersten Regierungsjahr, belagerte und eroberte ich Samaria. 27.290 Leute, die in ihr wohnten, führte ich weg. 50 Wagen als Streitmacht meines Königtums hob ich unter ihnen aus ... Meine Beamten setzte ich als Statthalter über sie, und Abgabe und Tribut, wie den assyrischen, legte ich ihnen auf."



    Sargon II. (722-705 [Veenhof]) gelangte durch einen Staatsstreich auf den Thron und galt in Assur als Usurpator.

    Seine Herrschaft ist in vielen Einhelheiten aus Inschriften in seinem Palast in Khorsabad (Dur Scharrukin), den er 717-707 v.Chr. erbauen ließ und aus historischen Texten und Briefen, die in Ninive und Kelach/Nimrud gefunden wurden bekannt.

    Gegen Ende seiner Regierungszeit begann Sargon II. unter großartiger Prachtentfaltung einen Palast und eine neue Hauptstadt nordöstlich von Ninive zu errichten, die er "Dur Scharrukin" - Sargonsburg - nannte.

    Sargon II. gehörte zu den Herrschern, die die meisten assyrischen Kriege geführt hat . Da inschriftlich viel über ihn berichtet ist, lassen sich aus den reichlichen Quellen z.B. für seine Feldzüge folgende Chronologie aufstellen:

  • 720 v. Chr.: Der Aufstand in Syrien wird niedergeschlagen, und die Ägypter werden bei Raphia geschlagen.
  • 717 v. Chr.: Sieg über Karkemisch.
  • 716 v. Chr.: Bau eines Stützpunktes an der ägyptischen Grenze; Schlacht bei Wadi al-Arisch
  • 714 v. Chr.: Achter Feldzug, der sich gegen Urartu richtet: Niederwerfung der Mannäer, Verwüstung weiter Teile
  • Urartus, dessen Hauptstadt Tuschpa aber nicht erobert werden kann; Plünderung von Musasir
  • 711 v. Chr.: Ein neuer Aufstand in Palästina wird niedergeschlagen; das Land der Philister wird zur Provinz Asdod.
  • 709 v. Chr.: Sieg über die sieben Königreiche der Insel Ia' im Gebiet von Iadnana oder Atnana (Zypern), überliefert durch die »Kition-Stele«.
  • 705 v. Chr.: Sargon II. fällt im Iran im Kampf gegen die Kimmerer.
  • Biblischer Bezug:

    Nach dem Fall von Samaria fiel ihm die Aufgabe zu, die Deportation der israelitischen Gefangenen nach Assyrien abzuschließen und andere Leute an deren Stelle in Samaria anzusiedeln.
    Sargons Name wird in der Bibel nur im Buch des Propheten Jesaja (Jes 20,1) genannt. Die hebräische Namensform "Sargon", statt akkadisch Scharru-kin, ist von dieser Stelle her geläufig geworden.

    Jes 20,1 In dem Jahre, da der Tartan nach Asdod kam, als Sargon, der König von Assyrien, ihn gesandt hatte, und er wider Asdod stritt und es einnahm: ... (Rev. Elberfelder Übersetzung)

    Archäologie:

    Bis in den Anfang des 19 Jh. war Sargon von der Wissenschaft z.T. als Märchengestalt abgetan worden, weil er sich bis dato außerbiblisch nicht belegen ließ. Das änderte sich radikal, als der französische Archäologe Paul-Émile Botta 1843 die Sargonsburg "Dur Scharrukin" in Khorsabad ausgrub und eine Fülle von Inschriften über ihn fand.

    Heute ist Sargon II. einer der archäologisch bestbezeugten assyrischen Könige.


    Pergamon-Museum: Saal 3 (biblischer Bezug)

    In Saal 3 ist die sog. "Kiton-Stele" von König Sargon II. aufgestellt. Die seitlichen Keilschrifttext an dieser Stele berichten über die militärischen Siege dieses Herrschers.

    Die "Kition-Stele" ist aus Basalt und hat eine Höhe von 2,09 Meter. Sie wurde 1845 in einem Garten in Kition (Citium) bei (Larnaka) auf Zypern in einem Schutthaufen entdeckt. Sie bezeugt den zeitweiligen Einfluß von Assyrien auf die Insel.

    Die Stele stand vermutlich auf der Akropolis von Kition und beschreibt Sargons II. Sieg im Jahre 707/709 v.Chr. über die sieben Königreiche der Insel Ia' im Gebiet von Iadnana oder Atnana. Dieser Sieg wird auch in seinen Annalen in Khorsabad beschrieben: „… und ebenso hörten die sieben Könige des Landes Ia von den Taten, die ich in dem Lande Kaldu und im Land Hatti unablässig vollbrachte, und das Herz schlug ihnen im Halse, und Angst überwältigte sie … So brachten sie Gold, Silber und Gegenstände aus Ebenholz und Buchsbaum, Produkte ihres Landes, zu mir nach Babylon und küßten mir die Füße.“

    Am Ende des Textes wird jeder verflucht, der es wagen sollte, die Stele zu verrücken oder den Namen Sargons zu löschen.



    Sanherib (705-681 [Veenhof]), Sargons II. Sohn, steht an Bedeutung seinem Vater nach. Neue Eroberungen machte er nicht mehr, doch es gelang ihm, da ererbte Reich trotz vieler Schwierigkeiten zusammenzuhalten.

    Sanherib verlegte die Hauptstadt, die sein Vater in Khorsabad (Dur Scharrukin) vor wenigen Jahren erbaut hatte, nach Ninive.



    Archäologie:

    Ninive, die letzte assyrische Hauptstadt, wurde von Henry Layard sehr erfolgreich ausgegraben, der von 1849-1851 den Palast von Sanherib fand. Dieser Palast liegt am Norufer Hausr-Flußes, im Hügel Kujundschik.



    Biblischer Bezug:

    Er konnte zwar viele Städte Judas einnehmen, aber nicht die Hauptstadt Jerusalem. Die Gründe liefert der biblische Bericht in 2Kön 18,13-19,37.

    Sanherib wurde 20 Jahre nach der Niederlage vor Jerusalem in Ninive, während er in einem Tempel seine Götzen verehrte, von seinen Söhnen Adrammelech und Sarezer umgebracht (2Kön 19,38). Sie waren über seine Erbpläne erzürnt, da er ihren Bruder Asarhaddon bevorzugte. Asarhaddon folgte ihm auf dem Thron.
    Über die Feldzüge von Sanherib berichtet auch das "Taylor-Prisma" (Britisches Museum in London). Dieser Keilschrifttext ist ein Dokument über Sanheribs Belagerung von Jerusalem (vgl. 2Kön 18). Der britische Botschafter in Bagdad, ein Oberst Taylor, erwarb diese Inschrift 1830 in Ninive.

    Pergamon-Museum: Saal 12 (biblischer Bezug)

    In Saal 12 finden Sie diverse Wandreliefs mit Szenen aus der Zeit von Sanherib (705-681): Schildträger und Musikanten, Offiziere und Beamten, bewaffnete Soldaten.

    Ein großes Relief in Saal 12 zeigt eine Prozessionsdarstellung mit Schildträgern und Musikanten. Es stammt von der Seitenmauer einer Rampe, die vom Palast zum Ischtar-Tempel führte. Das Relief datiert aus der Zeit 704 - 689 v.Chr.

    2 weitere Reliefs (Saal 12) zeigen Soldaten.

    In der Mitte des Saales 12 steht ein großes kultisches Wasserbecken aus Basalt. Es stammt aus Assur und diente zur kultischen Reinigung von Priestern und Gläubigen. Die Ecken sind mit Wassergötter verziert. An den Seitenwände des Beckens ist verschiedentlich der Name des Königs Sanherib eingemeißelt. Die stark zerstört Inschrift lautet: "Sanherib, König des Gesamtheit, König des Landes Assur."



    Asarhaddon (681-669 [Veenhof]) war ein hervorrangender Feldherr und Politiker und der mächtigste Herrscher Assyriens. Er brachte 672 v.Chr. Unteräypten unter assyrische Herrschaft. 669 v.Chr. kam es zu einer Erhebung, aber Assurbanipal (669-631 v.Chr.) konnte die Region zurückerobern.

    Asarhaddon baute die Stadt Babylon wieder auf, die unter Sanherib zerstört worden war. Insbesondere der Marduk-Tempel Esagila und die Zikkurat Etemenanki wurden restauriert, wie zahlreiche Bauinschriften belegen.

    Asarhaddon ließ sich, einer sehr alten Tradition folgend, die mindestens bis in neu-sumerische Zeit zurückgeht, als Korbträger darstellen, wie später auch seine Söhne Assurnasirpal und Šamaš-šum-ukin.

    Zugleich kümmerte sich Asarhaddon auch um den Ausbau Assurs, wo er den Ešarra-Tempel erbauen ließ.

    Biblischer Bezug:

    Unter Asarhaddon kam es in Samarien zur Besiedlung mit fremdländischen Volksgruppen. So entstand im Laufe der Zeit die Gruppe Samaritaner, nämlich Juden, die sich mit den fremdländischen Siedlern vermischt hatten. (Siehe Esra 4,2)

    Esra 4,1 Als aber die Gegner Judas und Benjamins hörten, daß die Kinder der Wegführung dabei waren, dem HERRN, dem Gott Israels, einen Tempel zu bauen,

    Esra 4,2 da traten sie zu Serubbabel und zu den Familienoberhäuptern und sagten zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen! Denn wir suchen euren Gott wie ihr; und ihm opfern wir seit den Tagen Asarhaddons, des Königs von Assur, der uns hierher heraufgeführt hat.

    Die Überreste von Asarhaddons Palast fand Henry Layard um 1850 am Nordufer des Hausr, im Hügel Nebi Yunus.

    Pergamon-Museum: Säle 3 und 12 (biblischer Bezug)

    In Saal 3 ist eine ca. 3 m hohe Stele von König Asarhaddon aufgestellt. Ebenso ein Felsenrelief (Replika) mit der Darstellung des Königs.

    In Saal 12 (Vitrinen) sind assyrische Beutestücke aus Sidon zu sehen. Die Vorratsgefäße aus Alabaster tragen die Inschriften von Asarhaddon.

    Aus der Zeit Asarhaddons stammen Kleinplastiken und Reliefkunst, die man in Assur gefunden hat. Es sind Funde aus den deutschen Grabungen unter Walter Andrae (1903-1914 Qalat Scherqat).



    Assurbanipal (669-627 [Veenhof]) war der letzte große Herrscher.

    Assurbanipal war kein Soldat und kein Eroberer. Während der König in seiner Hauptstadt blieb, führten seine Generäle die Kämpfe zur Erhaltung des gewaltigen Reiches, das er von seinem Vater ererbt hatte. Unter seiner Regierung kam das assyrische Reich zu seiner größten Ausdehnung. Nach ihm begann ein relativ schneller Verfall.

    Kulturell ist seine Regierung eine Blütezeit des assyrischen Reiches. In Ninive brachte er eine große Bibliothek zusammen, von der etwa 22.000 Tontafeln heute gefunden wurden.

    Biblischer Bezug:

    Assurbanipal wird in Esra 4,10 unter dem Namen "Asnappar" (Luther) oder "0snappar" (Elberfelder Bibel), seiner aramäischen Namensvariante erwähnt.

    Esra 4,10 und die übrigen Völker, welche der große und erlauchte Osnappar wegführte und in den Städten Samarias und in dem übrigen Gebiete jenseits des Stromes wohnen ließ, und so weiter: ...

    Auch Assurbanipals Palast lag in Ninive. Hormuzd Rassam entdeckt ihn in dem Hügel Kujundschik (Ninive - Nordhügel).

    Von besonderem Wert ist die große Bibliothek Assurbanipals, die 22.000 Tontafeln enthält. Den ersten Teil hatte Henry Layard gefunden, den größeren Teil Hormuzd Rassam.

    Pergamon-Museum: Saal 12 (biblischer Bezug)

    In Saal 12 ist ein kleines Palastrelief ausgestellt, das eine Szene von einem Krieg von Assurbanipal gegen die elamitische Stadt Dir-Scharri zeigt.

    Ebenfalls in Saal 12 ist ein kleines Palastrelief (39x48) ausgestellt, das eine Szene von einem Krieg von Assurbanipal gegen die Stadt Hamanu zeigt.

    Auf einem anderen Relief ist der König auf Löwenjagd abgebildet.

    2 kleine Reliefs zeigen einmal 2 Musikantinnen vor 1 Palme und dann 2 Hofbeamte vor dem Tisch, auf dem das königliche Pferdegeschirr liegt.

    In Saal 6 befindet sich ein Tontönnchen Assurbanipals über Emitti-Elil, eine der beiden Stadmauern von Babylon.

    In Juda drückte sich die neue Freiheit in den Reformen Josias (639-609 v.Chr.) aus.


    Assur-Etel-Ilani (627-623 [Veenhof])


    Sin-Scharra-Ischkun (623-612 [Veenhof])
    In der Zeit von 626-609 v.Chr. zerfiel das große Assyrerreich und das grausame Großreich ging unter.

    Babylon wurde 625 v.Chr. unabhängig und zerstörte 612 v.Chr. mit Hilfe der Meder die Königsstadt Ninive und damit das assyrische Reich.

    Nach dem Fall Ninives 612 v.Chr., der von Nahum und Zefania prophezeit worden war, versuchte Assur-Uballit II. (612-609 v.Chr.) von Haran aus zu regieren, wurde aber 609 v.Chr. von den Babyloniern geschlagen.



    Die assyrischen König und die Bibel

    Folgende assyrische Könige finden in der Bibel Erwähnung. Sie alle sind Herrscher des neuassyrischen Reiches.

  • Tiglat-Pileser III. (745-727 [Veenhof]) - in 2. Könige 16,7
  • Salmanasser V. (727-722 [Veenhof]) - in 2. Könige 18,9
  • Sargon II. (722-705 [Veenhof]) - in Jesaja 20,1
  • Sanherib (705-681 [Veenhof]) - in 2. Könige 18,13
  • Asarhaddon (681-669 [Veenhof]) - in 2. Könige 19,37
  • Assurbanipal (669-627 [Veenhof]) - in Esra 4

  • Tiglat-Pileser III. (745-727 [Veenhof]) ist der früheste assyrische König, der in den Könige- und Chronikbüchern des Alten Testaments erwähnt wird; zugleich ist er der dritte Herrscher, der diesen Namen trägt. Sowohl in Keilinschriften, als auch in der biblischen Überlieferung existiert daneben auch die Kurzform "Pul".

    2Kö 15,19 es kam Pul, der König von Assur, gegen das Land. Und Menahem gab Pul tausend Talente Silber, damit dessen Hände mit ihm sein sollten, das Königtum in seiner Hand zu befestigen.

    734 v.Chr. marschierte er entlang der phönizischen und philistäischen Küste bis nach Gaza, um Ahas gegen Israel und Damaskus zu Hilfe zu kommen (2Kön 16,5-7).

    2Kö 16,5 Damals zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, nach Jerusalem hinauf zum Kampf; und sie belagerten Ahas, konnten aber nicht kämpfen.
    2Kö 16,6 In dieser Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Aram und trieb die Juden aus Elat hinaus; und es kamen Edomiter nach Elat und haben sich dort niedergelassen bis auf diesen Tag.
    2Kö 16,7 Da sandte Ahas Boten an Tiglat-Pileser, den König von Assur, und ließ sagen: Dein Knecht und dein Sohn bin ich. Komm herauf und rette mich aus der Hand des Königs von Aram und aus der Hand des Königs von Israel, die sich gegen mich erhoben haben!
    2Kö 16,8 Und Ahas nahm das Silber und das Gold, das sich in dem Haus des HERRN und in den Schatzkammern des Königshauses vorfand, und sandte es als Geschenk dem König von Assur.
    2Kö 16,9 Da hörte der König von Assur auf ihn. Und der König von Assur zog hinauf gegen Damaskus und nahm es ein und führte seine Einwohner gefangen fort nach Kir; Rezin aber tötete er.
    2Kö 16,10 Und der König Ahas zog Tiglat-Pileser, dem König von Assur, entgegen, nach Damaskus. Und als er den Altar sah, der in Damaskus war, da schickte der König Ahas dem Priester Uria eine Nachbildung des Altars und seine Maße seiner ganzen Ausführung entsprechend.


    Im Jahre 732 v.Chr. zerstörte Tiglat-Pileser III. Damaskus und machte die nördliche Gebiete Israels zu einer assyrischen Provinz (2Kön 15,29). Samaria wurde sein Vasall, Juda wurde tributpflichtig (2Kön 16,8-18).

    2Kö 15,29 In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglat-Pileser, der König von Assur, und nahm Ijon ein und Abel-Bet-Maacha und Janoach und Kedesch und Hazor und Gilead und Galiläa, das ganze Land Naftali, und führte die Bewohner gefangen fort nach Assur.


    2Kö 16,8 Und Ahas nahm das Silber und das Gold, das sich in dem Haus des HERRN und in den Schatzkammern des Königshauses vorfand, und sandte es als Geschenk dem König von Assur.
    2Kö 16,9 Da hörte der König von Assur auf ihn. Und der König von Assur zog hinauf gegen Damaskus und nahm es ein und führte seine Einwohner gefangen fort nach Kir; Rezin aber tötete er.
    2Kö 16,10 Und der König Ahas zog Tiglat-Pileser, dem König von Assur, entgegen, nach Damaskus. Und als er den Altar sah, der in Damaskus war, da schickte der König Ahas dem Priester Uria eine Nachbildung des Altars und seine Maße seiner ganzen Ausführung entsprechend.
    2Kö 16,11 Und der Priester Uria baute den Altar ganz nach dem, was der König Ahas aus Damaskus geschickt hatte. So machte ihn der Priester Uria, bis der König Ahas aus Damaskus kam.
    2Kö 16,12 Und als der König aus Damaskus kam, da sah der König den Altar; und der König trat an den Altar und stieg auf ihn hinauf.
    2Kö 16,13 Dann ließ er sein Brandopfer und sein Speisopfer als Rauch aufsteigen und goß sein Trankopfer aus und sprengte das Blut seiner Heilsopfer an den Altar.
    2Kö 16,14 Den bronzenen Altar aber, der vor dem HERRN , den rückte er von der Vorderseite des Hauses weg, von zwischen dem Altar und dem Haus des HERRN, und setzte ihn an die Nordseite des Altars.
    2Kö 16,15 Und der König Ahas befahl dem Priester Uria: Auf dem großen Altar bringe das Morgen-Brandopfer und das Abend-Speisopfer dar sowie das Brandopfer des Königs samt seinem Speisopfer und das Brandopfer des ganzen Volkes des Landes samt ihren Speisopfern und ihren Trankopfern; und alles Blut der Brandopfer und alles Blut der Schlachtopfer sollst du daran sprengen! Der bronzene Altar aber soll für mich sein, daß ich Opferschau vornehme.
    2Kö 16,16 Und der Priester Uria tat nach allem, was der König Ahas befohlen hatte.
    2Kö 16,17 Und der König Ahas brach die leisten an den Gestellen ab und entfernte die Kessel, die darauf waren. Und er ließ das Meer von den bronzenen Rindern, die darunter waren, herunternehmen und setzte auf ein Steinpflaster.
    2Kö 16,18 Und die überdachte Sabbathalle, die man am Haus gebaut hatte, und den äußeren Eingang des Königs veränderte er am Haus des HERRN wegen des Königs von Assur.


    Pergamon-Museum: Saal 10a

    In Saal 10a finden Sie das Fragment eines Reliefs (Fragmentgröße ca. 70x70), auf dem König Tiglat-Pileser III. als Bogenschütze abgebildet ist. Er steht auf einem Kampfwagen und neben ihm ein Krieger mit Spitzhelm.



    Salmanasser V. (727-722 [Veenhof]) wird in 2. Könige 18,9 als Belagerer Samarias erwähnt. Seine kurze Regierungszeit ist durch Keilschrifttexte belegt.

    Nach drei Jahren Belagerung fiel die Samarien, die Hauptstadt des Nordreiches Israels (722 v.Chr.). Israel wurde assyrische Provinz (2Kön 17,6.24) und das Volk wurde in die Verbannung weggeführt.

    2Kö 17,1 Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, in Samaria König über Israel neun Jahre.
    2Kö 17,2 Und er tat, was böse war in den Augen des HERRN, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.
    2Kö 17,3 Gegen ihn zog Salmanassar, der König von Assur, herauf; und Hoschea wurde sein Knecht und entrichtete ihm Tribut.
    2Kö 17,4 Aber der König von Assur entdeckte eine Verschwörung bei Hoschea; denn der hatte Boten an So, den König von Ägypten, gesandt und hatte dem König von Assur keinen Tribut hinaufgebracht wie Jahr für Jahr. Da verhaftete ihn der König von Assur und warf ihn gefesselt ins Gefängnis.
    2Kö 17,5 Dann zog der König von Assur durch das ganze Land und zog herauf nach Samaria und belagerte es drei Jahre lang.
    2Kö 17,6 Im neunten Jahr Hoscheas nahm der König von Assur Samaria ein und führte Israel gefangen fort nach Assur. Und er ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Strom von Gosan, und in den Städten Mediens.
    2Kö 17,23 bis daß der HERR Israel von seinem Angesicht fortgeschafft hatte, so wie er durch alle seine Knechte, die Propheten, geredet hatte. So wurde Israel aus seinem Land gefangen nach Assur weggeführt <; und das ist so> bis auf den heutigen Tag.

    Die biblischen Texte in 2Kön 17,3-16 und 2Kön 18,9-11 legen nahe, daß Salmanasser selbst Samaria eingenommen hat, doch in den assyrischen Berichten gibt Sargon II. an, dies getan zu haben. Aber die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, daß Sargon II. sich in diesem Fall mit fremden Federn schmückte und in Wahrheit Salmanasser diese Leistung erbrachte.

    2Kö 17,1 (Lut 2017) Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre.
    2Kö 17,2 Und er tat, was dem HERRN missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren.
    2Kö 17,3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben.
    2Kö 17,4 Als aber der König von Assyrien innewurde, dass Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis.
    2Kö 17,5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang.
    2Kö 17,6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.


    2Kö 18,9 Und es geschah im vierten Jahr des Königs Hiskia, das war das siebte Jahr Hoscheas, des Sohnes Elas, des Königs von Israel, da zog Salmanassar, der König von Assur, gegen Samaria herauf und belagerte es.
    2Kö 18,10 Und am Ende von drei Jahren nahm er es ein. Im sechsten Jahr Hiskias, das war das neunte Jahr Hoscheas, des Königs von Israel, wurde Samaria eingenommen.
    2Kö 18,11 Und der König von Assur führte Israel gefangen nach Assur fort und ließ sie in Halach bleiben, am Habor, dem Strom Gosans, und in den Städten Mediens,
    2Kö 18,12 weil sie auf die Stimme des HERRN, ihres Gottes, nicht gehört und seinen Bund übertreten hatten, alles, was Mose, der Knecht des HERRN, geboten hatte. Sie haben nicht gehört und nicht getan.


    Im Pergamon-Museum sind keine Exponate aus seiner Zeit ausgestellt.



    Sargon II. (722-705 [Veenhof]) wird in Jesaja 20 im Zusammenhang mit seinem Beamten, dem Tartan genannt. Von Sargon II. sind seine Palastburg (Dur Scharrukin), umfangreiche Texte und Denkmäler erhalten.

    Jes 20,1 In dem Jahr, in dem der Tartan nach Aschdod kam, als Sargon, der König von Assur, ihn gesandt hatte und er gegen Aschdod kämpfte und es einnahm,


    Pergamon-Museum: Saal 3

    In Raum 3 ist die sog. "Kiton-Stele" von König Sargon II. aufgestellt. Die seitlichen Keilschrifttext an dieser Stele berichten über die militärischen Siege dieses Herrschers.



    Sanherib (705-681 [Veenhof]) belagerte Jerusalem, konnte die Stadt aber nicht erobern. Keilschrifttexte von Sanherib beinhalten auch einen Bericht über seinen Kriegszug (in seinem dritten Herrscherjahr) gegen Palästina, in der er auch Hiskia, dem König von Juda, zu tun bekommt (2. Könige 18 + 19).

    Er konnte zwar viele Städte Judas einnehmen, aber nicht die Hauptstadt Jerusalem. Die Gründe liefert der biblische Bericht in 2Kön 18,13-19,37.

    Sanherib wurde 20 Jahre nach der Niederlage vor Jerusalem in Ninive, während er in einem Tempel seine Götzen verehrte, von seinen Söhnen Adrammelech und Sarezer umgebracht (2Kön 19,38). Sie waren über seine Erbpläne erzürnt, da er ihren Bruder Asarhaddon bevorzugte. Asarhaddon folgte ihm dann auf dem Thron.

    2Kö 18,13 Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog Sanherib, der König von Assur, herauf gegen alle befestigten Städte Judas und nahm sie ein.
    2Kö 18,14 Da sandte Hiskia, der König von Juda, zum König von Assur nach Lachisch und ließ sagen: Ich habe unrecht getan, kehre um von mir! Was du mir auferlegst, will ich tragen. Da legte der König von Assur Hiskia, dem König von Juda, dreihundert Talente Silber und dreißig Talente Gold auf.
    2Kö 18,15 Und Hiskia gab alles Silber, das sich im Haus des HERRN und in den Schatzkammern des Königshauses vorfand.
    2Kö 18,16 In dieser Zeit brach Hiskia von den Türflügeln des Tempelraums des HERRN und von den Pfosten, die Hiskia, der König von Juda, überzogen hatte, ab und gab es dem König von Assur.
    2Kö 18,17 Aber der König von Assur sandte von Lachisch aus den Tartan und den Rabsaris und den Rabschake mit einem gewaltigen Heer gegen den König Hiskia nach Jerusalem. Und sie zogen herauf und kamen nach Jerusalem: sie zogen herauf und kamen und stellten sich an der Wasserleitung des oberen Teiches auf, der an der Straße des Walkerfeldes .
    . . .
    2Kö 19,15 Und Hiskia betete vor dem HERRN: HERR, Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du bist es, der da Gott ist, du allein für alle Königreiche der Erde. {Du} hast den Himmel und die Erde gemacht.
    2Kö 19,16 Neige, HERR, dein Ohr und höre! Tu, HERR, deine Augen auf und sieh! Ja, höre die Worte Sanheribs, die er gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen.
    2Kö 19,17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assur haben die Nationen und ihr Land in Trümmer gelegt,
    2Kö 19,18 und ihre Götter haben sie ins Feuer geworfen; denn sie waren nicht Götter, sondern ein Werk von Menschenhänden, Holz und Stein, und sie haben sie verloren gegeben.
    2Kö 19,19 Und nun, HERR, unser Gott, rette uns doch aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, daß du, HERR, allein Gott bist!
    . . .
    2Kö 19,35 Und es geschah in dieser Nacht, da zog ein Engel des HERRN aus und schlug im Lager von Assur 185000 Mann. Und als man früh am Morgen aufstand, siehe, da sie alle, lauter Leichen.
    2Kö 19,36 Und Sanherib, der König von Assur, brach auf, zog fort und kehrte zurück; und er blieb in Ninive.
    2Kö 19,37 Und es geschah, als er sich im Haus seines Gottes Nisroch niederwarf, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert; und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon wurde an seiner Stelle König.

    2Kö 18,13 Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog Sanherib, der König von Assur, herauf gegen alle befestigten Städte Judas und nahm sie ein.


    Pergamon-Museum: Saal 12

    In Saal 12 finden Sie diverse Wandreliefs aus der Zeit von Sanherib (705-681 v.Chr.).

    Eines zeigt eine Prozessionsdarstellung mit Schildträgern und Musikanten, Offiziere und Beamten, bewaffnete Soldaten. Es stammt von der Seitenmauer einer Rampe, die vom Palast zum Ischtar-Tempel führte.

    2 weitere Reliefs (Saal 12) zeigen Soldaten. Die gebogene Spitze, die die beiden rechte Helme ziert, weist die Soldaten als Söldner aus.

    In der Mitte des Saales 12 steht ein großes kultisches Wasserbecken aus Basalt. Es stammt aus Assur und diente zur kultischen Reinigung von Priestern und Gläubigen. Die Ecken sind mit Wassergötter verziert. An den Seitenwände des Beckens ist verschiedentlich der Name des Königs Sanherib eingemeißelt. Die stark zerstört Inschrift lautet: "Sanherib, König des Gesamtheit, König des Landes Assur."



    Asarhaddon (681-669 [Veenhof]) ist neben seiner Erwähnung in 2. Könige 19,37 auch in assyrischen Quellen gut bezeugt.

    2Kö 19,37 Und es geschah, als er [Sargon] sich im Haus seines Gottes Nisroch niederwarf, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert; und sie entkamen in das Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon wurde an seiner Stelle König.


    Pergamon-Museum: Säle 3 und 12

    In Saal 3 ist eine ca. 3 m hohe Stele von König Asarhaddon aufgestellt. Ebenso ein Felsenrelief (Replika) mit der Darstellung des Königs.

    In Saal 12 (Vitrinen) sind assyrische Beutestücke aus Sidon zu sehen. Die Vorratsgefäße aus Alabaster tragen die Inschriften von Asarhaddon.

    Aus der Zeit Asarhaddons stammen Kleinplastiken und Reliefkunst, die man in Assur gefunden hat. Es sind Funde aus den deutschen Grabungen unter Walter Andrae (1903-1914 Qalat Scherqat).


    Assurbanipal (669-627 [Veenhof])

    Assurbanipal wird in Esra 4,10 unter dem Namen "Asnappar" (Luther) oder "0snappar" (Elberfelder Bibel), seiner aramäischen Namensvariante erwähnt.

    Esra 4,10 und die übrigen Völker, welche der große und erlauchte Osnappar wegführte und in den Städten Samarias und in dem übrigen Gebiete jenseits des Stromes wohnen ließ, und so weiter: ...

    Auch Assurbanipals Palast lag in Ninive. Hormuzd Rassam entdeckt ihn in dem Hügel Kujundschik (Ninive - Nordhügel).

    Von besonderem Wert ist die große Bibliothek Assurbanipals, die 22.000 Tontafeln enthält. Den ersten Teil hatte Henry Layard gefunden, den größeren Teil Hormuzd Rassam.

    Pergamon-Museum: Saal 12 (biblischer Bezug)

    In Saal 12 ist ein kleines Palastrelief ausgestellt, das eine Szene von einem Krieg von Assurbanipal gegen die elamitische Stadt Dir-Scharri zeigt.

    Ebenfalls in Saal 12 ist ein kleines Palastrelief (39x48) ausgestellt, das eine Szene von einem Krieg von Assurbanipal gegen die Stadt Hamanu zeigt.

    Auf einem anderen Relief ist der König auf Löwenjagd abgebildet.

    2 kleine Reliefs zeigen einmal 2 Musikantinnen vor 1 Palme und dann 2 Hofbeamte vor dem Tisch, auf dem das königliche Pferdegeschirr liegt.

    In Saal 6 befindet sich ein Tontönnchen Assurbanipals über Emitti-Elil, eine der beiden Stadmauern von Babylon.



    Informationen zur Archäologie in Assur (in Auswahl)

    Archäologen

    • NINIVE: 1842-44 gruben die Franzosen P.E. Botta und E. Flandin in Ninive (Kujundschik) und in der Sargonsburg "Dur Scharrukin" (Khorsabad).

      1847 war auch Austen Henry Layard in Ninive tätig und auf der zweiten Expeditionsreise in den Jahren 1849-51 dann extrem erfolgreich.

    • NIMRUD: 1845-50 leitete der Engländer Austen Henry Layard zuerst die Grabungen Kalchu/Kelach (Nimrud) und später 1849-51 in Ninive (Kujundschik).

    • KHORSABAD: 1851-43 setzte Victor Place die Grabungen in "Dur Scharrukin" (Khorsabad) fort. In Ninive war Hormuzd Rassam erfolgreich.

    • ASSUR: 1903-1913 Walter Andrae entdeckt das alte Assur. Seine Arbeiten auf dem Ruinenhügel Qalat Sherqat waren bahnbrechend.

    • KHORSABAD: 1928-1929 grub Edward Chiera weiter in der Sargonsburg "Dur Scharrukin" (Khorsabad) und machte spektakuläre Funde.

    • NINIVE: In Ninive arbeiteten R.C. Thompson, in Khorsabad (ab 1930) H. Frankfort und G. Loud, in Nimrud (ab 1949) M.E.L. Mallowan.


    Sensationelle archäologische Funde in Ninive

    Die Überreste von Ninive liegen in 2 Hügeln auf den beiden Ufern des Hausr-Flusses verborgen.

    • Der nördliche ist der Kujundschik, wo die Paläste Asarhaddons und Assurbanipals entdeckt wurden. Die große Bibliothek Assurbanipals, die 25.000 Tontafeln enthält, wurde hier ausgegraben.

    • Der andere Hügel, auf dem Südufer gelegen, ist der Nebi Yunis, wo der Palast Sanheribs stand.

    • Die Paläste waren außerordentlich groß.
    • Die Mauern zeigten Reliefs die Kriegszüge assyrischer Könige u.a. Szenen zeigten.

    • Sanheribs Palast nahm den süd-östlichen Teil der Stadt ein.
    • Die Stadt war mit einer 5 km langen Mauer umgebe und besaß 15 Tore. Die ganze Stadt war von Gärten umgeben, die durch Kanäle bewässert wurden.
    • In diesem Palast wurde das berühmt geworden Reliefbild mit der Eroberung von Lachisch entdeckt. Es ist heute im Britischen Museum in London ausgestellt.

    Hormuzd Rassam fand in Ninive 1853/54 den größten Teil der Bibliothek des Assurbanipal.

    Bedeutsam sind auch die gefundenen Annalen des Tiglat-Pilesers I., wie sie auf einer Weihinschrift im Pergamon Museum zu lesen sind.



    Sensationelle archäologische Funde in Khorsabad

    Der Franzose Paul-Émile Botta entdeckte 1843 in Khorsabad die Dur Scharrukin von Sargon II.

    • Der französiche Archäologe und Konsul Victor Place führte von 1851 bis 1855 weitere Ausgrabungen aus.
    • 1928 bis 1929 nahm Edward Chiera die Grabungen in Khorsabad (Dur Scharrukin) wieder auf. Hier fand er die assyrische Königsliste.
    • Die Funde aus Dur Scharrukin sind heute über die halbe Welt verteilt und finden sich im Louvre in Paris, im Britischen Museum in London, in der Eremitage in Sankt Petersburg, in Bagdad und Chicago.

    1932/33 fand man in Khorsabad die assyrischen Königsliste. Über sie sind wir über Namen und Reihenfolge der assyrischen Könige gut unterrichtet. Man kann sie bis ins 8.Jh. v.Chr. hinein ziemlich genau datieren.




    Karten zu Assyrien



    Weitere Infos über Assyrien im Internet



    Quellen

    Pat und David Alexander: Das große Handbuch zur Bibel "Die Assyrer" S. 432, Wuppertal: R. Brockhaus-Verlag, 2001

    Gaalyahu Dornfeld, Gerhard Johannes Botterweck (Herausgeber und Bearbeiter der deutschen Ausgabe): Die Bible und ihr Welt, 2 Bände, "Assyrien und Israel" S. 39, Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag, 1988, Lizenzausgabe für die Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, 1991

    Hans Einsle: Das Abenteuer der biblischen Forschung, Gütersloh: Primsa Verlag, 1979

    Barthel Hrouda (Hrsg.): Der Alte Orient, C. Bertelsmann, 2005

    Kenneth A. Kitchen: Das Alte Testament und der Vordere Orient, Giessen: Brunnen-Verlag, 2008

    Joachim Marzahn Beat Salje (Hg.): Wiedererstehendes Assur, Mainz: Philipp von Zabern, 2003 (mit Zeittafeln)

    Eugene H. Merrill: Die Geschichte Israels, Neuhausen: Hässler-Verlag, 2001

    Fritz Rienecker: Lexikon zur Bibel, "Assyrien" Spalte 130, Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1960

    Diccionario Ilustrado de la Biblia, Miami: Editorial Caribe, 1977



    Literatur über Assyrien

    H. Freydank: Beiträge zur mittelassyrischen Chronologie und Geschichte, Berlin 1991.

    Kurt Galling (Hrsg.): Textbuch zur Geschichte Israels, Tübingen: Verlag Mohr Siebeck, 1950, 1968, 1979, ISBN 3-16-142361-5 - Im Internet ist die 3. Auflage als Google.Book zu finden. Bitte beachten Sie, daß die Texte von Auflage zu Auflage variieren.

    H. Greßmann, Altorientalische Texte zum Alten Testament, 1926, 2. Auflage

    W. W. Hallo, K. L. Younger (Hrsg.): The Context of Scripture. Canonical Compositions, Monumental Inscriptions, and Archival Documents from the Biblical World, Leiden 1997

    Bernd Janowski, Gernot Wilhelm: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Neue Folge, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004

    Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, 3 Bde., Verlag Mohn, Gütersloh 1982-1997 (TUAT)

    * Seton Lloyd: Die Archäologie Mesopotamiens, München: C.H. Beck, 1981

    Elena Mango, Joachim Marzahn, Christoph Uelingen: Die Könige am Tigris, Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2008

    H.A. Parrot: Ninive und das AT (Bibel und Archäologie), 1955

    James B. Pritchard (Hrsg.): Ancient Near Eastern Texts relating to the Old Testament, Princeton 1969



    Bildbände über Assyrien

    Richard D. Barnett, Erika Bleibtreu, Goffrey Turner: Sculptures from the South-West-Palace of Sennacherib, London: British Museum Press, 1998, ISBN 978-0714111261

    Richard D. Barnett, Amleto Lorenzini: The Assyrian Palace Reliefs in the British Museum, London, 1970

    Richard D. Barnett: Sculptures from the North Palace of Ashurbanipal at Nineveh (668-627 B.C.), London: 1976

    Barthel Hrouda (Hrsg.): Der Alte Orient, C. Bertelsmann, 2005

    Carolin Masom & Pat Alexander: Großer Bildführer zur Bibel, Giessen: Brunnen-Verlag, 1987 (mit einigen Bildern)

    Enrico Ascalon: Mesopotamien, Bildlexikon der Völker und Kulturen, Parthas Verlag, EAN 9783936324716 (mit einigen sehr gut erklärten Abbildungen von assyrischen Herrschern [Reliefs / Stele])

    M.A. Beek: Bildatlas der assyrisch-babylonischen Kultur, 1961

    H. Greßmann; Altorientalische Bilder zum Alten Testament, 1927, 2. Auflage



    Übersetzungen (Referenzen) von altorientalischen Texten (Inschriften)

    Inschriften Salmanassers V. über seine Feldzüge: In Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels, Nr. 20

    Salmanassers V. Eroberung von Samaria: In Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels, Nr. 29 (2. Auflage)

    Sargons II. Bericht über seine "Eroberung" Samarias: In Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels, Nr. 28 ( 1. Auflage)

    E. Schrader, Die Sargonsstele des Berliner Museums. Abh. Kgl. Akad. Wiss. Berlin, Phil.-hist; Kl. 6, 1881, 4.



    Museen



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    Ins Netz gesetzt am 21.03.2006; letzte Änderung: 17.04.2019

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