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Die "Deutsche Marienkirche" in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten im jüdischen Altstadtviertel von Jerusalem.


Kurze Information

Die "Deutsche Marienkirche" war ein Pilgerhospiz und ein Krankenhaus aus dem 12. Jh.


Ausführliche Informationen

Wenn man vom jüdischen Stadtviertel, von der Misgav-Ladach-Straße aus die Treppe hinunter zur Klagemauer geht, sieht man linkerhand eine Kirchenruine ohne Dach mit drei Apsiden (Bögen) und Säulen mit "Ellbogen"-Kapitellen.

Es handelt sich hier um die "Deutsche Marienkirche", die dem "Deutschen Orden" unterstellt war. Im Jahr 1126 fand die Kirche zum ersten Mal Erwähnung, und zwar als Stiftung eines unbekannten deutschen Paar. Das Haus diente zur Versorgung von armen und kranken Deutschen.

Da damals viele deutschsprachige Pilger ins Heilige Land kamen, die weder Französisch noch Latein beherrschten, war diese Marienkirche das deutsche Glaubenszentrum.

Der Kirche waren nach Norden hin eine 22x37 Meter große Halle mit Innenhof angegliedert. Nach Süden gab es eine zweigeschossige Halle. Im oberen Stock befand sich die sogenannte "Zeremonienhalle". Über eine Treppe gelangte man nach unten in das Hospital.

Die Anlage fiel schon 1187 in moslemische Hände und wurde zum Teil zerstört. Von 1229 bis 1244 wurde die Kirche noch einmal aufgebaut und als Pilgerheim genutzt wurde. Danach wurde sie von den Moslems erneut zerstört.

1872 wurde die Ruinenanlage von T. Drake entdeckt und fast 100 Jahre später freigelegt. Als nach 1967 Jerusalem wieder in jüdische Hände kam, konnten E. Netzer und A. Ovadiah die Kirche freilegen. Von M. Ben-Dov wurde sie im Rahmen des Wiederaufbaus des jüdischen Viertels restauriert und für Besucher zugänglich gemacht.

Heute sind die Kirche und das Hospital in Form eines archäologischen Gartens hergerichtet. Das Hospiz dient als Wohnhaus.

Übrigens hat man von der Deutschen Marienkirche aus einen wunderbaren Blick auf den Tempelplatz und den Ölberg.

Quelle: Nachrichten aus Israel, Dezember 2010



Deutsche Marienkirche



Deutsche Marienkirche - vergrößerbar



Deutsche Marienkirche - vergrößerbar



Deutsche Marienkirche - vergrößerbar


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Ins Netz gesetzt am 22.7.2011; letzte Änderung 06.03.2012

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