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Die "Dominus-Flevit-Kirche" auf dem Ölberg

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

Die Bilder sind vergrößerbar.


Kurze Information

Die im Jahr 1955 vom Italiener Barluzzi erbaute Kapelle erinnert an das Weinen Jesu über die Stadt Jerusalem.


Ausführliche Information

Bevor Jesus in Jerusalem auf einem Esel einzog, blickte er vom Ölberg auf die Stadt. Er weinte über sie, da er die Katastrophe voraussah, die das jüdische Volk treffen würde, weil es ihn nicht als Messias anerkennen wollte (Lk 19,41-44).

Lukas 19,37ff (Luther 1984)

37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,
38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
39 Und einige Pharisäer in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!
40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. Jesus weint über Jerusalem
41 Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie
42 und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen.
43 Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen
44 und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.

Die "Dominus-Flevit-Kirche" erinnert heute an jenes Geschehen. Seit dem 16. Jh. wird dieser Ort mit der Trauer von Jesus über das Schicksal von Jerusalem in Verbindung gesetzt.

Zur Errichtung dieser Kirche kam es, als die Franziskaner an dieser Stelle einen alten Friedhof ausgruben und dabei auf die Reste einer Kirche aus dem 5. Jahrhundert stießen.

1955 erbaute der italienische Architekt Barluzzi die neue Kapelle, wobei die ursprünglichen Mosaike dort belassen wurden, wo man sie gefunden hatte. Das Dach erhielt die Form einer Träne. Statt nach Osten, wie es die Regel verlangt, ist die Kirche, nach Westen ausgerichtet.

Die Dominus Flevit-Kirche ist vor allem durch ihre Innenaufnahmen bekannt: Durch ein Fenster hinter dem Altar hat man einen einzigartigen Blick auf die Altstadt und den Tempelberg.

Die Nekropole

Wenn man das Tor zur Anlage durchschritten hat, sieht man rechts die Reste der jüdischen Nekropole, die man 1953-1954 im alten Garten entdeckte. Dieser Friedhof wurde bereits 1600 - 1300 v.Chr. (späte kanaanitische Periode ) benutzt, hauptsächlich dann später zwischen 100 v.Chr. - 135 n.Chr. und dann wiederum zwischen 200 und 400 n.Chr. (byzantinische Zeit).

Insgesamt wurden sieben Epitaphen mit hebräischen Inschriften, elf mit aramäischen und elf mit griechischen gefunden.

Der Friedhof ist wieder eingeebnet worden, aber man hat Beispiele der gefundenen Gräbertypen sichtbar gelassen. Die beiden ersten Gräber (vom Eingang aus gezählt) sind typische Schachtgräber aus der Zeit von 100 v.Chr. - 135 n.Chr..

Das dritte Grab ist ganz anders. Die Toten wurden in Bogennischen niedergelegt. Es stammt aus der Zeit von 200 - 400 n.Chr. Das vierte Grab ist aus einer früheren Periode. Darin kann man zwei schöne Sarkophage bewundern.

Von den Jebusitergräber ist nicht mehr erhalten geblieben.






























































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Ins Netz gesetzt am 12.5.2012; letzte Änderung 12.05.2012
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