Home | Theologische Linksammlung | Downloads | Bilder-Galerie Jerusalem | Bilder-Galerie | Webmaster

Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem


Der Felsendom (Qubbat as-Sachra)

Der von den Arabern "El Haram esh-Scharif" ("Vornehmes Heiligtum") genannte ehemalige Tempelbezirk nimmt heute fast das ganze südöstliche Viertel der Altstadt ein. Der weite Platz mit dem "Felsendom" und der Aqsa-Moschee (fertig gestellt 715 n. Chr.) zählt zu den eindrucksvollsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Auf diesem Areal standen der erste und zweite jüdische Tempel. Der zweite wurde durch Herodes den Großen zu einem prachtvollen Heiligtum umgebaut.

Nach der Eroberung Jerusalems durch den römischen Feldherrn Titus wurde der Tempel im Jahr 70 n.Chr. zerstört. Kaiser Hadrian ließ dort einen Jupitertempel (136 n. Chr.) erbauen, der später unter Konstantin dem Großen (306-37 n. Chr.) der Vernichtung anheimfiel.

Als 638 n. Chr. der Kalif Omar ibn al-Khattab (592-644) in das eroberte Jerusalem eingezogen war, besuchte er auch den Felsen, von dem nach moslemischem Glauben Mohammed auf eine Nacht in den Himmel geritten war, und beschloß den Bau einer großen Moschee an dieser Stelle. Doch erst der omajadische Kalif Abd el-Malik konnte 687-91 den Bau verwirklichen. Der Dom sollte an Größe und Pracht die in der Hand seines Rivalen Abdallah Ibn Zobeir befindliche Moschee von Mekka übertreffen.

Dieser Bau - Felsendom genannt - wurde später von den Kreuzfahrern in die Kirche "Templum Domini" umgewandelt und 1194 von Sultan Saladin den Moslems zurückgegeben.

Der Felsendom steht auf einer 4 m hohen Plattform und ist eines der bedeutendsten Zeugnisse islamischer Architektur. Der sehr harmonisch wirkende achteckige Bau ist unten mit Marmor und oben mit persischen Fayenceplatten (16. Jh.) verkleidet. Die mächtige, mit vergoldeten Kupferplatten belegte Kuppel (Durchmesser: 26 m) hat fast die gleichen Maße wie die der Grabeskirche. Von allen Hügeln der Umgebung ist sie - die Stadt überragend - sichtbar; sie kann daher als das eigentliche Wahrzeichen Jerusalems gelten.

Im Innern umzieht ein doppelter Umgang (mit 12 Pfeilern und 28 Säulen) den in der Mitte etwas aus dem Boden herausragenden heiligen Felsen, der in seiner naturgegebenen Kargheit einen sehr eigenartigen Kontrast zu den Pfeilern und Säulen und zu den (in jüngster Zeit restaurierten) Mosaiken und Glasfenstern bildet.

Die sakralen Inschriften tragen Züge antichristlicher Polemik. Jesus wird ausdrücklich nur als Gesandter Gottes gesehen (vgl. Sure 4,171).

„Religionspolitisches Ziel der Inschriften ist es, den vor Ort als Gottessohn verehrten Jesus auf seine koranische Dimension eines bloßen Gottesdieners zurückzustufen und ihm den Propheten des Islam ... zur Seite zu stellen.“ Angelika Neuwirth (2010), S. 252 (Wikipedia)



Der Kettendom (Qubbat es-Silsileh)

Ein wenig östlich vom Felsendoms gelegen steht der Kettendom, der aus einer Kolonnade mit stark byzantinischen Elementen besteht. Sie sind so angeordnet, daß man alle Säulen gleichzeitig sehen kann. Der Kettendom wurde vom Kalifen Abd el Malik zur Aufbewahrung des Staatsschatzes erbaut.

Der Schatz wurde in dem Raum zwischen den beiden Kuppeln aufbewahrt. Das Bauwerk ist von gleicher Art wie die Schatzkammern der Moschee der Omajaden in Damaskus oder der Großen Moscheen von Horns und Hama. Um den Ort besonders gut zu schützen, erklärte man Ihn zum Heiligtum und wandte die Legende von der Kette an, die König Salomo im Gerichtshof seines Vaters David aufhängen ließ. Außerdem bringt die Kette die mystische Verbindung zwischen dem Gläubigen und Allah zum Ausdruck.

Der Kettendom selbst entstand nach der baulichen Vorlage des Felsendoms in Kleinformat und ist in Richtung der Qibla in Mekka positioniert.

Die Kreuzfahrer richteten hier ihre Jakobskapelle ein.



Der Himmelfahrtsdom (Qubbat el-Miraj)

Nordwestlich vom Felsendom, auf der gleichen Plattform, liegt der sogenannte Himmelfahrtsdom. Dieser achteckige Bau stammt auf der Zeit der Kreuzfahrer und war ursprünglich in der Mitte offen.

Er ist mit reliefsgeschmückten Kreuzfahrer-Kapitellen umgeben.

Die Kuppel ist eine Kopie einer byzantinischen Kuppel auf dem Ölberg.

Der Bau erinnert in der muslimischen Tradition an die angebliche Himmelfahrt Mohammeds, bzw. an den Ort, an der er vor seiner angeblichen Himmelfahrt gebetet haben soll.

Es ist nicht klar, wann der urspüngliche Dom gebaut wurde. Es wird vermutet, daß er entweder die Arbeit von Ummayad oder der Abbasiden ist. Jedenfalls wird er im Jahr 903 n.Chr. von Ibn al-Fakih und später im Jahr 985 n.Chr. von al-Muqaddasi als einer der "zwei kleinen Dome" erwähnt wird. Der andere ist der "Dom des Propheten".

Allerdings wurde der heutige Himmelfahrtsdom von dem Ayyubiden Gouverneur von Jerusalem, Izz ad-Din az-Zanjili, im Jahr 1200 erbaut. Er verwandte dabei Baumaterial der Kreuzfahrer.

(Wikipedia)



Die Treppen und Arkaden (Qanatir) und Bögen (Mawazin = Waagschalen)

Über 8 kurze Treppen steigt man auf die Esplande des Felsendoms. Sie sind alle von unterschiedlicher Länge und Größe und stammen auf verschiedenen historischen Epochen. Die Säulenkapitelle stammen aus der Römerzeit.

Wenn man den Felsendom in Richtung Al-Aksa-Moschee hinuntersteigt, passiert man eine jener Arkaden (Mawazin), die fast alle aus der Zeit der Mameluken stammen.

Beim Betreten der Plattform passiert man stets eine Arkade. Es ist islamische Überzeugung, daß Allah am Tag des Jüngsten Gerichts hier die Waagschalen aufhängen wird, in der die Seelen der Menschen gewogen werden, über deren Schicksal - Paradies oder Hölle - dann entschieden wird. Währenddessen hält in alle Himmelrichtungen ein Erzengel Wache.



Die Sommer-Kanzel ("Minbar el-Seif" oder "Minbar el-Din")

Rechts daneben (mit Blick nach Süden) steht die "Sommer Kanzel" unter freiem Himmel. Auf ihr steht der Imam (muslimische Vorbeter) und hält seine Predigten. Die Marmor-Struktur wird durch eine kleine weiße Kuppel bedeckt und vereint mehrere architektonische Stilrichtungen, darunter die des Kreuzfahrerdesigns. Das marmorne Mamelukenbauwerk (1325) war Teil einer Mosalla, einer Freiluftmoschee.

Die Kanzel wurde vermutlich im 12. Jh. durch Saladin, dem Besieger der Kreuzfahrer, errichtet. Sie wurde dann im 1456 von dem Jerusalemer Richter Burhan el-Din restauriert. Von ihm leitet sich auch der Name "Minbar el-Din" ab. Im Jahr 1483 wurde sie von dem türkischen Emir Mohammed Rashid überarbeitet.



Der Josephsdom (Qubbat Yusuf)

Neben der Kanzel steht der Josephsdom (Qubbat Yusuf). Der kleine Kuppelbau (2,8m x 3,5m) steht vorne auf zwei Säulen und wird hinten von einer schalengeformten Gebetsecke getragen. Der Bau erinnert an den Propheten Joseph (Yusuf). Er ist auch nach Yusuf Saladin, dem Eroberer von Jerusalem benannt, der ihn baute. Im 17. Jh. wurde er von Yusuf Agha renoviert.



Gebetsnische des Propheten (Qubbat al-Nabi)

Wenige Meter nordwestlich des Felsendomes steht der "Dom des Propheten" (Qubbat al-Nabi) auch bekannt als "Dom des Gabriel" (Qubbat Jibril), "Dom der Gebetsnische" (Qubbat al-Mihrab) oder "Gebetsnische des Propheten" (Mihrab el-Nabi).

Die Kuppel wurde im Jahre 1538 von Muhammad Bey, dem osmanischen Gouverneur von Jerusalem, errichtet und soll an den islamischen Propheten Mohammed erinnern. Sie wurde dann im Jahre 1620 auf Befehl von Farruk Bey, einem nachfolgenden Gouverneur von Jerusalem restauriert und unter der Regierungszeit des osmanischen Sultans Suleiman II. fertig gestellt. Weitere Ergänzungen wurden im Jahr 1845 vorgenommen.

Die Kuppel dieser achteckigen Struktur steht auf acht grauen Marmorsäulen und ruht auf Spitzbögen, die mit roten, schwarzen und weißen Steinen verziert sind.

Eine in den Boden eingelassene weiße Marmorplatte gibt die Gebetsrichtung nach Mekka an. Die Platte ist von roten Steinen und einer kleinen Mauer umgeben. Die Mauer ist traditionell nach Norden hin geöffnet. Aus dieser Richtung sollen die Beter eintreten, die auf ihrer Pilgerreise weiter nach Süden in Richtung nach Mekka unterwegs sind.

Die Kuppel ist wesentlich kleiner als die anderen freistehenden Kuppeln in der Nähe, wobei sie nicht größer ist als der Eingang zum Felsendom.



Weitere Kleinbauten auf der inneren Plattform

Der Geisterdom (Qubbat el-Arwah)

Am nördlichen Ende der Plattform erhebt sich der "Geisterdom", in dem sich gemäß der islamischen Legende die Seelen der frommen Muslime versammeln, um nachts zu beten. Es ist islamische Überzeugung, daß hier Mohammed mit den Propheten des Alten und Neuen Bundes gesprochen haben sollen.

Das genaue Baudatum und die Identität des Gründers sind unbekannt. Es könnte eine absichtlich anonyme Spende von einem Mitglied der herrschenden Elite oder eine lokale Initiative der Gemeinschaft zu sein. Zum ersten Mal wird der Dom im Jahr 1628 in Stiftungsdokumenten des Muhammad Agha erwähnt. Der Spender wies auf finanzielle Mittel hin, die die Ölkosten und den Unterhalt für einen Mann decken sollten, der für die Wartung der Öllampen im Inneren des Gebäudes zuständig war.



Der St.Georgs-Dom (Qubbat el-Khadr)

In der nordwestlichen Ecke der Plattform steht der grazile "St. Georgs-Dom" aus dem 15. Jahrhundert . Er diente als ein Ort des islamischen Gebets.

Die spitze Kuppel ruht auf sechs offenen Bögen und wird von sechs großen und schlanken Säulen getragen. Die Richtung des Gebetes, die Qibla, wird durch eine Marmorpflasterung in der Form eines spitzen Bogens auf dem Boden markiert. Der Bau ist teilweise von der ihn unterstützenden Wand nach Norden und Westen hin blockiert. Darüber hinaus ist er ca. 50cm über der Terasse erhöht und damit nicht leicht zugänglich.

Unter ihm führt ein Stollen von 7 m Breite und 12,6 m Länge nach Süden.

El-Khadr (auch als El-Khidr bekannt), dem das Gebäude gewidmet ist, ist eine wichtige Figur in der islamischen Tradition, vor allem im Kontext von Jerusalem und des Tempelbergers. El-Khadr, der mit dem christlichen St. George identifiziert wird, wird im Koran als Begleiter des Mose erwähnt. Er ist als Beschützer bekannt, und deshalb beten in Zeiten der Not viele Menschen zu ihm. Der islamischen Überlieferung zufolge lebte er gelegentlich in Jerusalem und wurde häufig beim Beten auf dem Tempelberg gesehen.

Nach einer mamlukischen Tradition habe sich der islamische Heilige El-Khadr gern zum Gebet in den unterirdischen Stollen zurückgezogen.



Der Hebrondom (Qubbat el-Khalili)

Etwas südlicher vom St. Georgs-Dom steht der Hebrondom.

Die Kuppel wurde im frühen 18. Jahrhundert während der osmanischen Herrschaft in Palästina gebaut und war dem Scheich von Hebron namens Muhammad al-Khalili gewidmet.



Der Dom des Wissens (Qubbat es-Nahawiyyah)

An der südwestlichen Ecke der Plattform steht der "Dom des Wissens". Er wurde 1217 während der Regierungszeit des Sultans Muatham Issa aus Marmorplatten gebaut und diente Koranstudien bzw. Studien der arabischen Literatur. Der Nordeingang wird von gedrehten Säulen flankiert, die aus einem Bau der Kreuzfahrer stammen könnten. In den Räumen befinden sich heute die Büros der Wafq und der Tempelbergaufsicht.



Das El Kas-Becken

Etwa auf halbem Weg zwischen Felsendom und Al-Aksa-Moschee erreicht man in dem Garten vor der Al-Aksa-Moschee einen runden Brunnen, das El Kas-Becken. Er dient den Muslimen zur rituellen Waschung vor dem Gebet.

Das Becken wurde im Jahre 709 n.Chr. errichtet und 1327/28 durch den Mamelucken Emir Tankaz Es-Nasr vergrößert. Ältere Reiseführer sagen, daß der Brunnen über eine alte Wasserleitung mit Wasser aus Solomos Becken versorgt wird. Doch der Brunnen ist heute an die städtische Wasserversorgung angeschlossen.



Der Sebil Qaitbay Brunnen

Geht man vom Felsendom in Richtung Westen führt eine Treppe zum eleganten und öffentlichen Brunnen "Sebil Qaitbay". Er wurde von dem Mamelukensultan Al-Ashraf Qait Bey 1487 gestiftet. Qait Bey hatte das Sultanat nach einer Zeit der politischen Unruhen und des wirtschaftlichen Niedergangs wiederhergestellt. Seine Regierungszeit war auch eine Zeit der großen Erneuerung der Künste, in denen die Architektur von Eleganz und Harmonie anstatt von Größe geprägt war.

Der Brunnen ist ein klassisches Beispiel mamelukischer Baukunst. Die aufwendige Gestaltung des Brunnens ist damit zu erklären, daß seine Erbauer offenbar besonders viel Erfahrung bei der Errichtung von Grabmälern hatten und deshalb dem Brunnen eine Bedeutung zumaßen, wie sie sonst nur bedeutenden Grabstätten vorbehalten ist.

Die Fensterstürze sind dem osmanischen Stil zuzuordnen, während das Bänderwerk mit dem Sternenmuster im Innern mamelukische Architektur widerspiegelt. Unter den Fenstern des Brunnens standen jeweils Tröge, in die das Wasser aus dem Brunnenschacht im Innern floß.

Der Bau beinhaltet alte architektonische Elemente, wie die oben befindliche Kreuzfahrerrosette und der römischen Sakrophag, der als Wasserspeicher dient . Er bildet die Basis und ist ein einfacher quadratischer Raum (4.60m x 4.80m x 7.65m) mit breiten vergitterten Fenstern und einem kleinen Eingang.

Über ihm ist eine hohe Übergangszone zu erkennen, die in mehreren Etappen von der quadratischen Basis zu einer hohen Trommel führt, die dann in die Kuppel übergeht. Das Gebäudes ist mit einer spitzen Kuppel und einem Halbmond gekrönt. Die arabesken Steinmetzarbeiten stellen Blumenmotive dar. Es ist die einzige bedeutende Kuppel dieser Art, die außerhalb von Kairo besteht. Die Bauhöhe beträgt 13.28 m. Die Basis ist hauptsächlich durch die Ablaq-Bauweise gekennzeichnet, die abwechselnd rote und creme-farbige Steine aufeinanderreiht.

Um alle vier Seiten läuft eine höchst dekorative Inschrift, die neben Zitaten aus dem Koran auch auf die verschiedenen Bauphasen hinweist. Der erste Brunnen wurde von Sultan Inal (ca. 1450) gebaut. Im Jahre 1482 wurde er durch den heutigen Bau des Sultans Qaytbay ersetzt. Der Brunnen wurde später im Jahr 1883 unter dem osmanische Sultan Abdul Hamid grundlegend renoviert. Sowohl die Restaurierung von 1883 als auch die späteren Arbeiten ließen die ursprüngliche Gestaltung des Brunnes relativ intakt.

Die Wände sind außerdem mit nicht sehr anspruchsvollen Malereien verziert. Sie zeigen heilige Stätten des Islam: Mekka, den schwarzen Felsen, Medina und den Felsendom in Jerusalem.

Gegenüber dem Brunnen liegt das "Bab el Matarah", das "Reinigungstor" und rechts davon das "Bab el Qattanin", das "Baumwollhändlertor". In der rechten Galerie dieses Tores befinden sich das Grab von Hussein ben All, König von Hedjaz (1916-1924), Vater des Königs Abdallah, dem Gründer der Haschemitendynastie von Jordanien und das Grab von Jinah oder Mohammed Ali, dem Gründer Pakistans.



Der Dom des Mose (Qubbat Musa)

Ein wenig südlicher des Sebil Qaitbay Brunnens steht der Dom des Mose. Er ist eine der vielen Bauten, die während der Zeit der ägyptischen muslimisch-kurdischen Ayyubidendynastie (1171-1252 n.Chr.) auf dem Tempelberg errichtet wurden.

Der Gebetsraun wurde 1249 von Sultan Ayub errichtet und soll an den großen jüdischen Propheten Mose erinnern. Das einfache quadratische Gebäude ruht auf einem steinernen Sockel und ist mit einer achteckigen Trommel gekrönt, die einen Übergang zu einer abgerundeten, verjüngten steinernen Kuppel schafft.

Zwischen zwei rechteckigen Fenstern befindet sich auf der äußeren Fassade der Südwand eine halbkreisförmige Mihrab



Das Goldene Tor

Das Goldene Tor (hebr. Scha'ar harachamim "Tor des Erbarmens", arabisch: Bab al-Dhahabi) ist eines der acht Tore in die Altstadt von Jerusalem. Das Tor befindet sich im östlichen Teil der Stadtmauer, südlich des Löwentors. Es ist das einzige Tor in der Stadtmauer, das direkt auf den Tempelberg führt. Die reich ornamentierte Archivolte geht auf den oströmischen Kaiser Herakleios zurück, anlässlich dessen Rückführung des Heiligen Kreuzes (630) in die von den Sassaniden zurückeroberte Stadt das Doppelportal als Triumphtor gestaltet wurde.

Die Araber nennen das südliche der beiden Tore "Tor des Heils" (Bab el-Rameh) und das nördliche "Tor der Buße" (Bab el-Tobeh).

In der Kreuzfahrerzeit wurde das Goldene Tor nur zweimal im Jahr geöffnet: für eine feierliche Prozession am Palmsonntag und am Fest der Kreuzerhöhung.

1537-1541 erfolgte der Wiederaufbau unter dem türkischen Herrscher Süleyman der Prächtige. Da dieser sich dabei an den Grundmauern der antiken Stadtmauer orientierte, wurden Stück für Stück auch die Stadttore wieder errichtet. Das Goldene Tor wurde gleich nach dem Wiederaufbau auf Geheiß von Süleyman zugemauert und versiegelt.

Die Versiegelung des Tores wird häufig so interpretiert, dass Süleyman dadurch die Ankunft des Gottes der Juden habe verhindern wollen, denn nach jüdischem Glauben soll der Messias am „Ende der Tage“ hier in die Stadt einziehen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Osmanen es nach dem Ende der Kreuzfahrerzeit schlossen, um „Ungläubigen“ den Zugang zum Tempelberg zu verwehren. (Wikipedia)



Die 4 Minarette

Übersicht

Der ganze Tempelberg ist heute ein Heiligtum der Moslems. Da das gesamte Areal als eine große Moschee betrachtet wird, stehen die Minarette jeweils an drei Ecken des Tempelbergs und nicht z.B. an der Al-Aksa-Moschee.

Die 4 Minarette stammen aus unterschiedlichen Zeiten:

1) das El-Fakhariyya-Minarett im Süden wurde 1278 n.Chr. errichtet,

2) das El-Ghawanima-Minarett im Nordwesten im Jahr 1298 n.Chr.,

3) das Bab El-Silsilah-Minarett im Westen im Jahr 1329 n.Chr. und

4) das El-Asbat-Minarett im Nordosten im Jahr 1367 n.Chr.



Das El-Fakhariyya-Minarett (1278)

Es ist das älteste Minarett, das auf dem Tempelberg steht.

Es befindet sich an der SW-Ecke des Tempelberges, wurde 1278 n.Chr. erbaut und 1622 restauriert.

Auf Befehl des Mamluckensultans Ladschin (al-Malik al-Mansur Husam ad-Din Ladschin, ermordert 1299 n.Chr.) wurde das Minarett im traditionellen syrischen Stil entworfen.



Das El-Ghawanima-Minarett (1298)

In der nordwestlichen Ecke steht das "EL-Ghawanima-Minarett", das aus dem Jahr 1298 stammt und das höchste der 4 Minarette auf dem Tempelberg ist. Dort sind drei christliche Säulenkapitelle aus der Zeit der Kreuzfahrer zu sehen, die zum Bau der Tore verwendet wurden.

Das El-Ghawanima-Minarett oder Es-Sarai-Minarett ist fast ganz aus Stein gebaut, abgesehen von dem Holz-Baldachin über der Muezzinplattform. Es ist einer der robustesten und höchsten Bauwerke in der Altstadt von Jerusalem. Seine feste Struktur hat schon etliche Erdbeben überstanden. Die abwechslungsreiche Dekoration verleiht ihm darüber hinaus eine gewisse Eleganz als Kontrapunkt zu seiner Stabilität.

Der Unterbau des 37 m hohen Minaretts steht auf der natürlichen Gesteinsschicht der nordwestlichen Ecke des Haram.

Das Gebäude ist in mehreren Schichten gebaut. Die ersten beiden sind breiter als die anderen und sind direkt auf den Stein gebaut und bilden das Fundament des Minaretts.

Die weiteren vier Schichten, einschließlich der Plattform für den Muezzin, werden von einer kreisrunden Trommel und bauchigen Kuppel überragt.

Die Treppe ist auf den ersten beiden Etagen außen angebracht, und geht dann in eine innere Spiralstruktur über, die zur Muezzinplattform führt.



Das El-Silsilah-Minarett (1329)

Im Jahr 1329 ordnete Amir Sayf al-Din Tankiz - der Mamluckenstatthalter von Syrien - den Bau einer dritten Minarett auf dem Tempelberg an. Es ist das El-Silsilah-Minarett und liegt an der Westseite der Ummauerung.

Das Minarett ersetzte möglicherweise ein früheres Umayyaden Minarett. Es ist in der traditionellen syrischen quadratischen Turmart gebaut und ist ganz aus Stein.

Es ist eine alte muslimische Tradition, daß der beste Muezzin ("Vorbeter") den Adhan ("Aufruf zum Gebet") von diesem Minarett aus spricht, da der erste Aufruf zu jedem der fünf täglichen Gebete von diesem Minarett aus erschallt.



Die Tore des Tempelbergs

Auf dem Tempelberg gibt es 12 Tore: 3 im Norden, 8 im Westen (eines ist ein Doppeltor) und 1 im Osten.
Es sind folgende (alphabetisch aufgelistet):

1) Das westliche Baumwollhändlertor (Bab el-Qattanin) - der einzige Ausgang für Nichtmuslime.

2) Das nördliche Dunkelheitstor (Bab el-Atem)

3) Das westliche Eisentor (Bab el-Hadid)

4) Das nordwestliche El-Ghawanima-Tor

5) Das westliche Tor der Gegenwart Gottes (Bab el-Sakina) - Zusammen mit dem "Kettentor" bildet es ein Doppeltor

6) Das östliche Goldene Tor (Bab el-Dhahabi) - geschlossen

7) Das westliche Intendantentor (Bal el-Nasir)

8) Das westliche Kettentor (Bal el-Silsila) - Zusammen mit dem "Tor der Gegenwart" bildet es ein Doppeltor

9) Das südwestliche Maghrebinertor (Bal el-Maghariba) - einziges Zugangstor für Nichtmuslime

10) Das westliche Reinigungstor (Bab el-Mattara)

11) Das nördliche Sühnetor (Bab el-Hitta)

12) Das nördöstliche Stämmetor (Bab el-Asbat)



Weitere Brunnen auf dem Tempelberg

Der Suleiman-Brunnen (Sebil Suleiman) wurde 1537 von Suleiman I. dem Großen gestiftet.

Ein weitere Brunnen ist der Sabil Ibrahim el-Rumi (in der Nähe dem Intendantentor) und der Sabil el-Atman (Nahe dem Bab el-Atman)



Diverse Medresen (Koranschulen)

Die meisten Gebäude auf dem Tempelberg sind Medresen. Madrasa (türkisch "medrese") ist das arabische Wort für Schule. Die wörtliche Bedeutung lautet: „Ort des Lernens“. Im Westen wird das Wort oft mit dem Typus der islamischen religiösen Hochschule gleichgesetzt.

Auf der Westseite, südlich des Kettentores befindet sich die El-Tankiziya-Medrese, ein wichtiges Gebäude aus der Mameluckenzeit. Diese Schule wurde von Scheich Seif-ed-Din Takiz im Jahr 1328/28 erbaut. Der Bau war dann in der osmanischen Zeit ein Gerichtshof und nach den 2. Weltkrieg eine weiterführende Schule. Gegenwärtig hat die israelischen Armee hier eine Wache installiert, das sich die Mederese oberhalbe der Klagemauer befindet.

Nördlich des Kettentores steht die die El-Ashrafiyya-Medrese. Auch sie ist ein Mameluckenbauwerk, stammt aus dem Jahr 1482 und wurde von Sultan el-Ashraf Qait Bey gebaut .

Im Norden der Ashrafiyya liegt die El-Uthmaniyya-Medrese. Ihr oberer Teil weist schöne randförmige Schmuckelemente aus rotem und gelbem Stein auf .

Nördliche des Intendantores befindet sich die El-Madjakiyya-Medrese.

An der Nordwand des Tempelberges befinden sich weitere Koranschulen (von Westen nach Osten): El-Omariyya, El-Dshawiliyya, El-Isardiyya (14. Jh.), El-Malekiyya (14. Jh.), El-Bisityya, El-Karimiyya und El-Ghadiriyya.



Weitere Bauten auf dem Tempelberg

In der Nähe der nördlichen Mauer steht der achteckige Suleiman-Dom (Qubbat Suleiman). Er wurde über einem kleinen Felsenvorsprung gebaut, um den viele Legenden ranken. Der jüdische König Salomon (arabisch - Suleiman) soll hier gebetet haben, als er den Tempelbau vollendet hatte (1. Könige 8,22-54). Jesus Christus soll hier gesessen haben, als er mit den Theologen seiner Zeit diskutierte (Lukas 2,46-47).

Etwas südlicher des Suleimanbrunnens steht eine viereckige Struktur. Dieser Pavillon des Sultan Mahmud II. wurde um 1818 erbaut und verdeutlicht den Verfall des osmanischen Reiches unter Mahmud II.






Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



Felsendom - vergrößerbar



El Ghawanima-Minarett - vergrößerbar



El Asab Minarett - vergrößerbar



Goldenes Tor - vergrößerbar



Gebetsnische



Josefsdom



Himmelfahrstdom



Geisterdom


Weitere Informationen im Internet:



| zum Textbeginn |


Copyright (C) 2010 by www.theologische-links.de
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
URL: http://www.theologische-links.de/downloads/israel/jerusalem_felsendom.html
Ins Netz gesetzt am 27.12.2010; letzte Änderung 03.02.2012

Home | Theologische Links | Downloads | Bilder-Galerie Jerusalem | Bilder-Galerie | Webmaster