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Die "Himmelfahrtskapelle" auf dem Ölberg
Sehenswürdigkeiten in Jerusalem
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Kurze Information
Die Himmelfahrtskapelle ist ein Bau aus dem 12. Jh.
Ausführliche Informationen
Auf dem Ölberg erinnert heute die "Himmelfahrtskapelle" an die Himmelfahrt von Jesus Christus. Auch wenn das Lukasevangelium den Ort der Himmelfahrt in Bethanien angibt, hat sich diese Kuppe, 809 m hoch gelegen, in der christlichen Tradition als Schauplatz der Himmelfahrt gehalten.
Im 4. Jh. ließ die reiche Jerusalemer Bürgerin Poemenia hier eine Kirche erbauen, deren großes Kreuz von weitem sichtbar war. In der Mitte des Baues befand sich eine Nachbildung des Christusgrabes mit einem angeblichen Fußabdruck von Jesus Christus. Doch vom ersten byzantinischen Bau in Rundform ist nichts erhalten geblieben. Er wurde vermutlich 612 n.Chr. von den Persern zerstört.
Die Achteckform der heutigen Kapelle stammt bis zum Dach aus der Zeit der Kreuzfahrer, die sie um 1152 über dem Stein mit dem angeblichen "Fußabdruck des Herrn" gebaut hatten.
Nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 1187 durch Saladin (1137-1193) wurde die Kirche zerstört und die Reste in eine Moschee umgewandelt, was sie bis heute ist (Himmelfahrtsmoschee). Sie wurde damals auch mit einem Dach versehen, denn die Kreuzfahrer hatten, in symbolischer Darstellung der Himmelfahrt von Jesus Christus, darauf verzichtet. Die anmutigen Arkaden des urspünglichen Bauwerkes wurden leider zugemauert.
Die Katholiken dürfen das Fest Christi Himmelfahrt in der Kapelle feiern, während die östlichen Kirchen ihren Gottesdienst im Hof halten müssen.
Architektonisch interessant ist, daß die Himmelfahrtskapelle die Hauptinspiration zum Bau des Felsendoms gewesen sein soll.
Die Moschee von Mohammed Alami
Vor dem Hof der Himmelfahrtskapelle sieht man rechts eine kleine Moschee. Sie wurde 1616 von Mohammed Alami, einem bedeutenden syrischen Mystiker des Islam hier gebaut. Alami selbst stammte aus einer alten Jerusalemer Familie und war mit der Bewachung der heiligen Stätten des Islams on Jerusalem und Hebron betraut.
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Die Himmelfahrt von Jesus Christus
Nach Lk 24,51 und Mk 16,19 sowie Apg 1,9-11 fuhr Christus vor den Augen der Apostel in den Himmel auf. Zeitpunkt und Ort sind genau abgegrenzt, die Autoren beziehen sich auf ein konkretes, historisches Ereignis: 40 Tage nach der Auferstehung Christi (Apg 1,3), in Betanien (Lk 24,50) nahe dem Ölberg (Apg 1,12).
Lukas 24,50-53
50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie.
51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.
52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude
53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
Apg 1,9-12
9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.
Nachdem der Auferstandene den Aposteln letzte Anweisungen und Belehrungen gegeben hatte, "wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apg 1,9).
Während die Jünger noch zum Himmel aufsahen, standen plötzlich zwei Engel neben ihnen und verhießen ihnen die Wiederkunft von Jesus Christus. Jesus selbst hatte seine Himmelfahrt vorausgesagt: "Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?" (Joh 6,62).
Matthäus und Johannes erwähnen die Himmelfahrt Christi nicht. Markus erwähnt sie mit einem knappen Hinweis (Mk 16,19): "Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zu Rechten Gottes"
Somit sind Lukas und Markus die beiden Evangelisten, die die Himmelfahrt Christi als sichtbares, historisches Ereignis darstellen.
Jesus Christus selbst hatte vorausgesagt, daß er im Himmel zur Rechten Gottes sitzen würde (Mt 26,64); als Stephanus gesteinigt wurde, sah er den Himmel offen und Jesus zur Rechten Gottes stehen (Apg 7,55). Durch das gesamte NT ziehen sich Berichte und Kommentare über den Aufenthalt von Jesus Christus nach der Himmelfahrt und seine Wiederkunft am Ende der Zeiten.
Die Stellen, die sich direkt auf die Himmelfahrt beziehen, sind hingegen selten und erscheinen eher als Glaubensbekenntnisse: "Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel, um das All zu beherrschen" (Eph 4,11). "Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen" (Hebr 9,24). "Jesus Christus, der in den Himmel gegangen ist" (1 Petr 3,22).
Ursprünglich gedachte man im Christentum der Himmelfahrt anläßlich des Pfingstfestes. Erst im 4. Jh. entstand das Fest "Christi Himmelfahrt", das am 40. Tag nach Ostern gefeiert wird.
Die Himmelfahrt von Jesus im Islam
Auch nach moslemischer Überzeugung ist Christus zum Himmel aufgefahren (um den Propheten Mohammed zu sehen).
Himmelfahrtskapelle (Himmelfahrtsmoschee) auf dem Ölberg
© 2005 Herwig Reidlinger, Wikipedia (740x900)
Minarett neben der Mohammed Alami-Moschee - Blickrichtung nach Südosten
© 2011 wwww.theologische-links.de (1600x1200)
Weitere Informationen im Internet
Himmelfahrtskapelle © Wapedia.mobi
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Copyright (C) 2010 by www.theologische-links.de
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
URL: http://www.theologische-links.de/downloads/israel/jerusalem_himmelfahrtskapelle.html
Ins Netz gesetzt am 14.5.2010; letzte Änderung am 13.02.2012
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