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Die "Hurva-Synagoge" in Jerusalem
Sehenswürdigkeiten im jüdischen Alstadtviertel von Jerusalem
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Kurze Information
Um 1700 begann man mit dem Bau der Hurva-Synagoge. Das Bethaus wurde jedoch erst 1856 fertiggestellt.
Ausführliche Information
Das Wahrzeichen der jüdischen Alstadt ist die berühmte "Hurva-Synagoge". Sie liegt direkt am belebten Hurva-Platz, also mehr oder weniger im Zentrum des jüdischen Viertels.
Ihr Bau war abenteuerlich. 1700 kam die erste organisierte Gruppe von europäischen Aschkenasim-Einwanderern. Unter der Leitung von Rabbi Yehuda HaHassid kamen ca. 500-1000 Juden aus Polen und Litauen nach Jerusalem und planten den Bau einer Synagoge. Sofort nach ihrer Ankunft im Oktober 1700 kauften sie Grund und Boden. Als wenige Tage danach Rabii Yehuda am 17.10.1700 starb, übernahm Rabbi Gedaliah von Siemiatycze die Leitung der Gruppe und des Synagogenbaus. Doch der kleinen jüdischen Gemeinde wuchsen im Lauf der Jahre die Schulden für den Synagogenbau über den Kopf. Alle ihre Bemühungen, Geldgeber zu finden, waren vergeblich. Als sie eines Tage die Ratenbeträge nicht mehr zahlen konnten, machten die Araber ihre Drohungen wahr: 1721 brannten sie die Synagoge nieder und warfen Torarollen und Gebetsbücher ins Feuer. Zudem wurden die askenasichen Juden aus Jerusalem verbannt, da sie für die Misere in Jerusalem verantwortlich gemacht wurden. Von 1721 bis 1810 lebten somit keine Aschkenasim mehr in der Heiligen Stadt. Und zurück blieb ein unvollendeter und ausgebrannter Synagogenbau. Man nannte ihn "Hurva", was auf Hebräisch "Ruine" bedeutet.
Erst im 19. Jh. konnte an der Synagoge weitergebaut werden. Mit massiver finanzieller Unterstützung der Brüder Alphonse und Edmond Rothschild und anderen Persönlichkeiten, z.B. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, wurde der Bau bezahlt.
Das Bethaus wurde nach den Plänen von Assad Effendi im neobyzantinischen Stil gebaut. 1856 wurde das Gebäude als erste Kuppelsynagoge in der Synagogenbaugeschichte fertiggestellt. Sie hatte 12,8 m hohe Fensterbögen und eine Deckenhöhe von 25 m und war damit eines der größten und weithin sichtbaren Gebäude in der Jerusalemer Altstadt.
Der offizielle Name des Neubaus war "Beit Yaakov" (Haus Jakob), in Anlehnung an Jakob Rothschild, dem Vater der Brüder Rothschild. Doch in der Bevölkerung behielt sie weiterhin ihren alten Namen "Hurva".
Bis 1948 war sie die wichtigste Synagoge in Israel. In ihr war die größte Yeshivat (jüdische religiöse Schule) beheimatet und hier wurde der Oberrabbiner von Jerusalem und Palästina eingesetzt.
Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 war sie eine wichtige Stellung der Hagana (Jüdische Untergrundskampfsorganisation). Aber sie konnte der jordanische Legion nicht standhalten. Die Jordanier eroberten die Synagoge am 27. Mai 1948 und sprengten sie. Der jordanische Kommandeur der Operation Major Abdullah el Tell kommentierte seinen Sieg: "Zum ersten Mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich."
Nach dem 6-Tage-Krieg 1967 kam die Altstadtviertel wieder unter jüdische Herrschaft. Sofort wurde verschiedentlich der Neubau der Hurva-Synagoge geplant, aber man konnte sich nicht einigen. So wurde zunächst nur ein Bogen errichtet, der an die alte Synagoge erinnnerte.
Nach anderhalb Jahren Replikaforschung und mehr als drei Jahren Bauzeit wurde dann endlich am 15. März 2010 die Synagoge feierlich eingeweiht. Sie ist eine exakte Nachbildung der damals im Mai 1948 von den Jordaniern zerstörten Altstadtsynagoge. Ihre Kuppel überragt nicht nur viele Minarettürme, sondern ist sogar höher als die Al-Aksa- und Omarmoschee auf dem Tempelberg.
Tausende von Polizisten waren im Einsatz, weil diese Einweihung in den Augen der Araber als "jüdische Provokation" angesehen wurde.
Israels Premierminister Netanjahu war nicht bei der Zeremonie anwesend. Es hieß, er könne sich eine Teilnahme in der politisch sensiblen Zeit gegenüber den Amerikanern nicht leisten.
Zu den Oberrabbinern Jona Metzger und Shlomo Amar gesellte sich noch ein besonderer Gast: der 97-jährige Herbert Samuel. Vor 90 Jahren stand im Jahr 1920 sein Urgroßvater Herbert L. Samuel als erster Hochkommissar und Gouverneur des Britischen Mandats in Palestina in dieser Synagoge auf der Kanzel und las die Schabbatlesung "Tröstet, tröstet mein Volk" Jesaja 40,1ff.
Verantwortlich für den authentischen Nachbau der Synagoge war die Firma "Restoration and Development of the Jewish Quarter". Der ukrainische Milliardär Vadim Rabinovitch spendete dafür eine beachtliche Summe.
Der hohe, mit Gold beschichtete Tora-Schrank ist eine 1:1 Nachbildung des früheren, in Flammen aufgegangenen.
Die Ostwand ist mit Originalsteinen von damals besetzt und an allen vier Decken der Innenkuppel sind die Malereien zu sehen, die einst dort ihren Platz hatten: das Rahel Grab, die Erzväter-Grabstätte in Hebron, Tiberias und die David-Zitadelle.
Im Kellergeschoß befinden sich Überreste aller Epochen, darunter sogar ein Mikwe-Tauchbad aus der Zeit des Ersten Tempels. Des weiteren gibt es einen noch nicht ganz freigelegten (2012) unterirdischen Zugang zur Cardo-Straße.
Die Hurva-Synagoge dient als aktive Synagoge. Sie ist aber nach vorheriger Anmeldung für Besucher und Touristen zugänglich (Tel. 02 - 6 26 59 00 - www.jewish-quarter.org.il). Man kann auch in einem ganz nahe gelegenen Büro Karten kaufen und möglicherweise sofort an einer Führung teilnehmen.
Die Hurva-Synagoge © 2010 wikipedia - Chesdowi
Hurva-Synagoge - links die Sidna-Omar-Moschee - Blickrichtung nacn Norden
© 2011 www.theologische-links.de
Hurva-Synagoge - Blickrichtung nach Norden © 2011 www.theologische-links.de
Hurva-Synagoge - Blickrichtung nach Westen © 2011 www.theologische-links.de
In Inneren der Hurva-Synagoge © 2012 www.theologische-links.de
In Inneren der Hurva-Synagoge © 2012 www.theologische-links.de
In Inneren der Hurva-Synagoge © 2012 www.theologische-links.de
In Inneren der Hurva-Synagoge © 2012 www.theologische-links.de
Blick auf den Hurva-Platz © 2012 www.theologische-links.de
Weitere Informationen im Internet
Hurva Synagoge © Wikipedia
Hurva Synagoge © www.attractions-in-israel.com
The Churva Synagogue © by Dovid Rossoff in www.jewishmag.com
The Hurva Synagogue © www.myrova.com
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Copyright (C) 2011 by www.theologische-links.de
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
URL: http://www.theologische-links.de/downloads/israel/jerusalem_hurva-synagoge.html
Ins Netz gesetzt am 3.6.2011; letzte Änderung am 27.01.2012
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