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"Ophel - Archäologischer Garten" südlich des Tempelareals

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

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Als nach dem 6-Tage-Krieg Jerusalem wiedervereinigt war, begann man unterhalb der südlichen Tempelmauer mit intensiven archäologischen Grabungen. Nachdem man gewaltige Erdmassen abgetragen hatte, kamen wertvolle Funde ans Tageslicht.

Die Grabungsarbeiten begannen im Frühjahr 1968 unter der Leitung von Professor Benjamin Mazar von der Hebräischen Universität. Die Funde sind einzigartig. In insgesamt 25 Schichten liegen übereinander Ruinen von Bauten aufeinanderfolgender Herrscher. Der Garten ist ein einzigartiger Gang durch die Vergangenheit, denn er legt ca. 2.500 Jahre von Jerusalems Geschichte offen.

Das Ausgrabungsareal bildet heute den sogenannten "Ophel - Archäologischer Garten", der für alle Besucher zugänglich ist.



Mauerreste aus salomonischer Zeit (ca. 1000 v.Chr.)

Entlang der Fahrstraße, die südlich an der östlichen Ausgrabungsstätte vorbeiführt, sind laut der israelischen Archäologin Eilat Mazar Stadtmauerreste aus salomonischer Zeit zu erkennen. Ihre Funde aus dem Jahr 2010 begründet sie mit der Zuverlässigkeit der biblischen Berichte.



Frühjüdische Zeit - Rituelle jüdische Reinigungsbäder (ca. 3. Jh. v.Chr.)

Keramikfunde belegen, daß dieser ganze Bereich bereits in frühjüdischer Zeit bewohnt war.

Am Fuß der westlichen Tempelbergummauerung sind 6 Zisternen und Höhlen erkennbar, die als Gräber, Keller und Bäder gebraucht wurden.

In einem großen jüdischen Ritualbad ist noch deutlich die typische Schranke (kleine Erhebung) in der Mitte der Steintreppe zu sehen, welche die kultisch unreinen Hinabsteigenden von den kultisch reinen Heraufsteigenden trennte.

Auch im östlichen Teil des Ophel sind frühjüdische Gebäude nachweisbar. Im Südwesten und im Nordosten des omaijadischen Palastes I sind Mauern von großen jüdischen Häuser zu erkennen: Räume, Zisternen und Ritualbäder. Diese Strukturen sind wohl Reste jener jüdischen Gebäude, die nördliche Teile bei der Erweiterung des Tempelplatzes durch Heroden den Großen zerstört worden sind.



Treppen und Tore an den Südmauer (herodianische Zeit - ca. 1. Jh. v.Chr.)

Zu den freigelegten Altertümern gehören die breiten antiken Stufen, die Huldatore und ein dreifaches Tor. Über diese südlichen Zugänge verließen bzw. betraten die Israeliten das großflächige Areal, auf dem auch der Zweite Tempel stand.



Robinson-Bogen (herodianische Zeit)

An der südlichen Westmauer ist auch der sogenannte "Robinson-Bogen" zu bestaunen. Der amerikanische Abenteurer und Theologe Edward Robinson (1794-1863) entdeckte ihn in den Jahren 1837/38. Damals ragte der Bogen fast ebenerdig aus der Mauer.



Römische Bauten (ab 1. Jh. n.Chr.)

Aus der Zeit der römischen Belegung der Stadt Jerusalem sind westlich der südlichen Westmauer ein aufwendiges Bad und eine Bäckerei gefunden worden.

Viele Inschriften lassen erkennen, daß die X. römische Legion auch diesen Platz belegte und nicht nur den Westen der zerst örten Stadt.



Byzantinische Häuser (ab 6. Jh. n.Chr.)

An der Ostseite des archäologischen Gartens sind Ruinen von byzantinischen Häusern zu sehen, die mit Mosaikböden ausgestattet waren.



Die omaijadische Palastanlage (frühes 8. Jh. n.Chr.)

Ein unerwarteter Fund südlich der Ummauerung des Tempelbezirkes war ein gewaltiger muslimischer Palastkomplex, der aus der Omaijadendynastie (660-750 n.Chr.) stammt. Die 4 Paläste wurden gleichzeitig mit der Al-Aksa-Moschee unter den Omaijadenkalifen Abd Al-Malik (685-705 n.Chr.) und Al-Walid I. (705-715 n.Chr.) errichtet. Sie nahmen einen beträchtliche Teil bei der herodianischen Monumentaltreppe ein.


Die Bauten waren mehrstöckige Anlagen mit großzügigen Innenhöfen und einem aufwendigen Wasserversorgungssystem und Wasserabflußnetz. Sie dienten vermutlich den Kalifen und den Gouverneuren als Residenzen, Hotels, Badeanlagen und Administration. Möglicherweise waren es aber auch nur Pilgerhospize für die islamischen Gläubigen.

In der Nähe der linken oberen Ecke der Südmauer ist deutlich ein zugemauerter Torbogen zu erkennen, der über eine Brücke zu einem der Bauten führte.

Die Gebäude standen nicht lange. Ca. 30 Jahre nach ihrer Fertigstellung wurden sie 747 n.Chr. von einem Erdbeben zerstört und nie wieder restauriert.




Archäologischer Garten



Archäologischer Garten - vergrößerbar



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Robinson-Bogen - vergrößerbar



Robinson-Bogen - vergrößerbar



Robinson-Bogen - vergrößerbar


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Ins Netz gesetzt am 9.1.2012; letzte Änderung 02.05.2012

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